Semesterferien 1 Archive – Dennis Schmolk https://dennisschmolk.de/tag/semesterferien-1/ Kontakt: dennis@dennisschmolk.de Thu, 28 Nov 2024 08:59:19 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 https://dennisschmolk.de/wp-content/uploads/2026/08/cropped-ChatGPT-Image-Aug-23-2026-07_46_54-AM-32x32.png Semesterferien 1 Archive – Dennis Schmolk https://dennisschmolk.de/tag/semesterferien-1/ 32 32 Die letzte Ferienwoche: Fertige Arbeiten, neue Lektüren und das Programm fürs SS 2023 https://dennisschmolk.de/2023/03/29/die-letzte-ferienwoche-fertige-arbeiten-neue-lektueren-und-das-programm-fuers-ss-2023/ https://dennisschmolk.de/2023/03/29/die-letzte-ferienwoche-fertige-arbeiten-neue-lektueren-und-das-programm-fuers-ss-2023/#comments Wed, 29 Mar 2023 05:56:55 +0000 https://dennisschmolk.de/?p=4258 Am Montag war großer Streiktag, siehe Beitragsbild. In Röthenbach sah ich allerdings einige Streikbrecher, die ihre Busse trotzdem nach Stein bewegten. Das wollte ich an dieser Stelle petzen. Hausarbeiten Nebenher zwei Hausarbeiten zu schreiben ist gar nicht so einfach. Zwar arbeite ich nur 28 Stunden für meinen Arbeitgeber und bin in der Stundenverteilung recht flexibel, aber trotzdem ist das eine Herausforderung – nach einem Arbeitstag bin ich meistens zu erschöpft, ... Mehr

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Am Montag war großer Streiktag, siehe Beitragsbild. In Röthenbach sah ich allerdings einige Streikbrecher, die ihre Busse trotzdem nach Stein bewegten. Das wollte ich an dieser Stelle petzen.

Hausarbeiten

Nebenher zwei Hausarbeiten zu schreiben ist gar nicht so einfach. Zwar arbeite ich nur 28 Stunden für meinen Arbeitgeber und bin in der Stundenverteilung recht flexibel, aber trotzdem ist das eine Herausforderung – nach einem Arbeitstag bin ich meistens zu erschöpft, um sinnvoll zu schreiben, und es dauert ja auch jedes Mal ein bisschen, bis man wieder im „Flow“ ist, weiß, was als nächstes getan werden muss etc. Hätte ich drei oder mehr Arbeiten verfassen müssen, hätte das nicht geklappt. Zum Glück hatt ich die Essays fürs Körper-Seminar ja schon während des Semesters verfasst. Mal sehen, wie es nun im Sommersemester wird!

Nun ist es jedenfalls vollbracht: Die Adnan/Derrida- und die Blavatsky-Arbeit sind fertiggestellt. Ein bisschen Feedback werde ich noch einarbeiten, aber prinzipiell kann ich pünktlich zum 31.3. abgeben! Insgesamt sind dieses Semester entstanden:

  • Zwei Essays zur Körpersoziologie: „Am Körper hängt, zum Körper drängt doch alles. Versuch einer systemtheoretischen Annäherung an den Körper“ und „Zur Rolle des Körpers in Protestsystemen und alltäglichem Widerstand“
  • „drawing and writing were one“. Hausarbeit zu Parallelen der Sprachphilosophie bei Etel Adnan und Jacques Derrida.
  • „Mythen, Mystik und Emanzipation. Über die Ambivalenzen der Theosophie“. Geschichts-Hausarbeit.

Ich hatte ja vor dem Sabbatical viele Jahre keine längeren Texte verfasst (sieht man von der „Aufwärmübung“ Weird Harmonies im Herbst 22 ab). Was Spaß macht: das Durchdenken eines Themas, das man normalerweise nur oberflächlich berühren und dann wieder verlassen würde. Was oft weniger Spaß macht, zumal, wenn man wenig Zeit oder Konzentration hat: alle Einzelteile der Recherche zusammenzusetzen, wenn man das Thema für sich schon relativ abschließend durchdacht hat. Aber gerade das lohnt sich, denn wenn man etwas erzählt und erklärt versteht man ja erst, ob man es verstanden hat. Das Schreiben zwingt zur Kohärenz und Konsistenz.

Danke an Sabine, Andreas und Katja für Feedback, Begeisterungsstürme und Schreib-Paraphernalia!

Veranstaltungsbelegung fürs kommende Semester

Am Dienstag war es dann soweit: Die Platzvergabe fürs neue Semester lief durch! Wie schon erwähnt, passiert das zufällig und automatisch – mit allen Vor- und Nachteilen. Den gesamten Morgen über sah man dieses Bild:

Zum Glück entscheid der Große Weise Fuchs dann aber nach ca. 2 Stunden, dass ich alle meine Wünsche erfüllt bekommen soll. Das heißt, der Semesterplan steht. (In Klammern steht jeweils, ob und was für eine Prüfungsleistung ich hoffentlich erbringen werde):

  • VL: Ideengeschichte der Neuzeit V. Außereuropäisches Denken [KEINE PRÜFUNG]
  • K: Kolloquium zur Vorlesung „Ideengeschichte der Neuzeit V“ [PRÜFUNG HA/KLAUSUR/mdl]
  • S: Religion und Sozialismus [PRÜFUNG HA/mdl]
  • S: Affektiver Kapitalismus [PRÜFUNG HA/…]
  • S: Kapitalismus, Geschlecht, Begehren – Queere Perspektiven … [KEINE PRÜFUNG]
  • S: Eine Einführung in die Emotionsgeschichte [PRÜFUNG HA/…]
  • K: GT-Lektürekreis [KEINE PRÜFUNG]

Das sind also 4 Prüfungen – das dürfen auf keinen Fall alles Hausarbeiten werden, oder ich muss ein gut Teil davon schon während des Semesters schaffen.

Zudem werde ich noch die folgenden beiden Seminare belegen – eher aus Interesse als aus Notwendigkeit, vermutlich lege ich dort auch keine Prüfungsleistungen ab, sondern versuche, einen „Sitzschein“ zu ergattern:

  • Der Traum vom eigenen Haus. Wohneigentum in Paarbeziehungen
  • Eigentum und Geschlecht

LaTeX

Nachdem ich mich nun seit einigen Wochen wieder mit LaTeX herumschlage vergnüge, freute mich diese Mail:

als Digitale Lotsen der Fakultät für Mathematik und Informatik und der Physikalisch-Astronomischen Fakultät möchten wir Euch heute um die Teilnahme an einer Umfrage zur Nutzung des Textsatzsystems LaTeX bitten. Unser Ziel ist es, mehr über die aktuelle Nutzung von LaTeX an der Friedrich-Schiller-Universität über alle Fakultäten und Studiengänge hinweg zu erfahren, um damit unsere Angebote als Digitale Lotsen besser auf Eure Bedürfnisse auszurichten. In acht Fragen könnt Ihr angeben, wie oft Ihr LaTeX nutzt und ob Ihr Euch dabei Unterstützung (z. B. in Form von Vorlagen oder Weiterbildungen) wünscht.

Ich bin gespannt, ob mir dann passende Präambeln für die verschiedenen Fachbereiche zur Verfügung gestellt werden, bislang sieht es da eher mau aus (außer, ich habe etwas Wesentliches übersehen). Gerade Zitationsweisen könnte man recht einfach abfrühstücken, genau dafür ist LaTeX ja da. Nachdem ich ein bisschen mit Cover-Designs herumgespielt habe, sieht das nun übrigens so aus:

Oder, mit Abstract, so:

Meinungen? Falls jemand eine der Arbeiten übrigens lesen möchte, darf er oder sie sich gerne melden.

Zeitumstellung

Was soll der Quatsch eigentlich? Und wollten wir das nicht mal abschaffen?

Lektürekreis SS 23: Annie Ernaux

Schon bekannt, schon gekauft und schon gelesen: Unsere Lektüre für die Lektürekrise den Lektürekreis im Sommersemester: Annie Ernaux, „Die Jahre“.  250 Seiten „kollektive Autobiographie“ inkl. einiger Anleitungspassagen, wie und wieso sie das Buch so geschrieben hat. Es erinnert mich an Gerhard Henschel und seine Schlosser-Romane, die ich immer gerne las, nur eben deutlich kürzer und mit einem starken Fokus auf Frankreich. Was wir da ein Semester lang dran diskutieren wollen, ist mir noch nicht ganz klar, aber es wird auf jeden Fall besser als Agnoli. Leider werde ich die erste Sitzung wohl verpassen, wegen des schon erwähnten Tübingen-Ausflugs.

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Die Semesterferien gehen zu Ende https://dennisschmolk.de/2023/03/23/die-semesterferien-gehen-zu-ende/ https://dennisschmolk.de/2023/03/23/die-semesterferien-gehen-zu-ende/#comments Thu, 23 Mar 2023 09:05:34 +0000 https://dennisschmolk.de/?p=4245 Was passiert so gegen Ende der Semesterferien? Ich habe Peter Fuchs‘ Vorlesung zur Liebe gelesen („Liebe, Sex und solche Sachen: Zur Konstruktion moderner Intimsysteme“). Eine spannende Lektüre und auch als eher wenig voraussetzungsreiche, realitätsbezigene Einführung in die Systemtheorie lesbar. Außerdem bemühe ich mich gerade um ein kurzes Interview mit Gary Hill (Autor von „The Strange Sound of Cthulhu“) (Update: ist erschienen!) über eine Neuauflage des Buches und generelle Fragen rund ... Mehr

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Was passiert so gegen Ende der Semesterferien? Ich habe Peter Fuchs‘ Vorlesung zur Liebe gelesen („Liebe, Sex und solche Sachen: Zur Konstruktion moderner Intimsysteme“). Eine spannende Lektüre und auch als eher wenig voraussetzungsreiche, realitätsbezigene Einführung in die Systemtheorie lesbar. Außerdem bemühe ich mich gerade um ein kurzes Interview mit Gary Hill (Autor von „The Strange Sound of Cthulhu“) (Update: ist erschienen!) über eine Neuauflage des Buches und generelle Fragen rund um cthuloide Musik.

Bibliotheks-Sonderheft

Darüber habe ich ja schon gebloggt, aber noch einmal: Die fünfte Ausgabe des Bibliotheks-Sonderhefts des dpr ist erschienen.

Hausarbeit!

Das Blavatsky-Thema ist schon spannend. Es ist wirklich unfassbar, wie weitreichend die Bezüge der Theosophie sind. Man kann fast von einer Verteilerplattform der Geistesgeschichte sprechen; die Theosophys haben alles rezipiert und amalgamiert, was es gab, und alles Mögliche Nachkommende beeinflusst. Inzwischen stecke ich mitten in der Frage nach der Ambivalenz (Polyvalenz?) von Mythen, mystischen Legitimationen etc. pp. Auf der einen Seite kann man sagen, dass Blavatsky durch ihren Lebenswandel, aber auch z.B. durch eine Umdeutung des Mythos von Eva und der Schlange emanzipativ gewirkt hat; gleichzeitig repdoduziert sie dadurch aber auch einen biblischen Mythos, was wiederum weniger emanzipativ gedeutet werden kann.

Ein anderes Beispiel: Annie Besant, Sozialistin, Feministin und Präsidentin der Theosophical Society einige Jahre nach Blavatskys Tod, wandte sich nach ihrer „Bekehrung“ zur Theosophie (wenigstens temporär) von vorherigen Initiativen für das Frauenrecht auf Birth Control ab — weil sich dieses mit der Reinkarnations-Lehre der Theosophie nicht besonders gut vertrug. Mythen können liberalisierend wirken, aber sie entfalten eben auch immer einen eigenen Zwang, wenn man sie dann mal ernst nimmt. Und sie entziehen sich mehr oder minder der rationalen Kritik.

Diese ganzen Gedanken und losen Fäden stehen schon im Zettelkasten bzw. einer Master-Notiz, müssen jetzt also nur noch zusammengesetzt, korrigiert und abgegeben werden. Ein paar Tage bleiben dafür zum Glück noch. Allerdings muss ich gerade ja auch noch arbeiten und an anderen Projektchen werkeln, siehe oben. Und eine Studienfahrt gab es auch noch:

Gesellschaftstheorie-Fahrt nach Siegmundsburg

Dieses zu Beginn wörtlich, später für einige metaphorisch vernebelte „Wochenende“ (von Montag bis Mittwoch) diente vor allem dazu, dass Menschen ihre Masterarbeits-Pläne vorstellen und Feedback dazu erhalten. Das ging von überwiegend philosophisch-begrifflichen Arbeiten über Ästhetik (Walter Benjamin und politische Möglichkeiten der Kunst) bis hin zu qualitativ-empirischen Konzepten (Krankheitssoziologie zum polyzystischen Ovarialsyndrom). Ein spannender Ausflug mit viel Breite. Ich war überrascht, wie viel Philosophie bei den vorgestellten Arbeiten vorkam, weil das — von Derrida abgesehen — bislang nichts war, was ich als Schwerpunkt des Studiums ausgemacht hätte. Außerdem gab es Gelegenheit, Kritik und Anmerkungen zum Studium und einzelnen Modalitäten und Modulen loszuwerden.

Insgesamt merke ich bei solchen Ausflügen mein Alter — unruhige Mehrbettzimmer und Schlafenszeiten nach 0 Uhr passen nicht mehr ganz in meine verbürgerlichte Welt. Und die Reise nach Siegmundsburg war auch eher anstrengend (jeweils: U, ICE, RB, RB, Bus). Trotzdem auf jeden Fall eine lohnenswerte Fahrt: Mehr Klarheit über die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen der Masterarbeit; exzellentes Essen (und prinzipiell keinerlei Konkurrenz um Nicht-Veganes); resonante Streifzüge in den Thüringer Wald; und viele Gespräche mit bekannten und unbekannten Kommilitonys.

Inhaltliche Learnings: Noch krasser als „voll“ ist „safe“ als pure Affirmation. Und Boomer erkennt man an der Nutzung der Whatsapp-Status-Funktion.


Das übliche Setup, diesmal in Siegmundsburg.

 

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Einmalzahlungen (und Exlibris) https://dennisschmolk.de/2023/03/16/einmalzahlungen/ https://dennisschmolk.de/2023/03/16/einmalzahlungen/#respond Thu, 16 Mar 2023 06:40:35 +0000 https://dennisschmolk.de/?p=4202 In den Semesterferien passiert ja doch erstaunlich viel … zum Beispiel kann man einfach schnell Geld bekommen, wenn man sich (latent masochistisch) mit einem staatlichen Web-Portal herumschlägt. (Leider haben mich die letztes Mal zitierten Illuminaten bezüglich des „get rich quick“ eher enttäuscht.) Entlastung! Als Studierendes steht mir offenbar eine Energie-Entlastungs-Pauschale zu: Ich kriege 200 Euro vom Staat. Ist es nun ein politischer oder ein Bürokratiefehler, dass ich das erhalte, obwohl ... Mehr

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In den Semesterferien passiert ja doch erstaunlich viel … zum Beispiel kann man einfach schnell Geld bekommen, wenn man sich (latent masochistisch) mit einem staatlichen Web-Portal herumschlägt. (Leider haben mich die letztes Mal zitierten Illuminaten bezüglich des „get rich quick“ eher enttäuscht.)

Entlastung!

Als Studierendes steht mir offenbar eine Energie-Entlastungs-Pauschale zu: Ich kriege 200 Euro vom Staat. Ist es nun ein politischer oder ein Bürokratiefehler, dass ich das erhalte, obwohl ich auch als Arbeitnehmy etwas bekommen habe …? Ich habe offen gesagt den Überblick verloren, welche Energie-Hilfen ich wann von wem erhalten habe. Egal. Die Behörden geben mir grünes Licht:

Super, und die 200 Euro muss man nicht einmal versteuern! Leider dauert das in der Praxis aber alles eine Weile: Zwischen 50x-Fehlern, Cloudflare-Überlastung und dem „Warteraum“ (siehe Beitragsbild).

Die benutzen Cloudflare, obwohl sie 40 Seiten Datenschutz-PDFs rummailen …?

Und es ist nicht ganz trivial, überhaupt dahin zu gelangen:

Als Erstes muss man sich für die Anmeldung natürlich ausweisen können: Dies geschieht mit einem BundID-Konto, wo man sich entweder mit einem Online-Ausweis oder mit dem ELSTER-Zertifikat anmelden kann. Für die Online-Ausweisfunktion benötigt man den Personalausweis, ein Smartphone mit NFC-Funktion und eine Ausweis-Identifizierungs-App. Der Personalausweis muss für diese Online-Ausweisfunktion allerdings erst mal aktiviert werden, falls das noch nicht geschehen ist. Dies erfolgt mit einer sogenannten Transport-PIN, die man zusammen mit dem Personalausweis bekommen hat. […] Wer diesen bürokratischen Jakobsweg umgehen möchte und die steuerliche Identifikationsnummer parat hat, kann sich damit auf elster.de anmelden, einer Software für das Abwickeln von Steuererklärungen. […] Zum Schluss braucht man nur noch den individuellen Zugangscode, der von der Ausbildungsstätte zur Verfügung gestellt wird[.]
(Quelle: Kommentar im Akrützel)

Der Login per ELSTER-Zertifikat klappte dann noch am 15.3. nachmittags recht gut, die Antragsstellung war in 3 Minuten erledigt. Und noch am Abend kam die Bewilligung vom „Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft“:

Insgesamt hat der Akrützel-Kommentar von Canel Sahverdioglu aber natürlich recht — ein Digitalisierungs-Trauerspiel, bei dem vermutlich vor allem die IT-Dienstleistenden von Bund und Ländern auf ihre Kosten kommen dürften.

Update 17.03.2023: Das Geld ist heute bereits eingegangen.

Und sonst?

Ansonsten passiert nicht viel, für die ausstehende Blavatsky-Hausarbeit habe ich mich mit Literatur eingedeckt und lese mich langsam voran. Aber noch sind ja auch zwei Wochen Zeit bis zur Abgabe …

Wegen eines Aufsatzes von Mark Bevir („A Theosophist in India“) habe ich das folgende Buch („Imperial Objects“) gebraucht erworben:

Spannend daran ist die vorbesitzende Institution, deren Exlibris sich noch im Buch befindet: Die „Rathbun Free Memorial Library“ in Connecticut. Vermutlich wurde das Buch dort aussortiert. (Kein Wunder, denn wenn ich die Leih-Karte richtig interpretiere, wurde es nur ein Mal entliehen …) Und vermutlich hat es jemand gekauft oder mitgenommen und dann per Medimops-Momox wieder veräußert. Sehr spannende Ephemera, jedenfalls (falls das an dieser Stelle der korrekte Begriff ist). Denn die meisten Bibliotheken nutzen ja nur einen Stempel zur Besitzanzeige (und mindern damit gewollt den Wert, um Diebe abzuschrecken) — die Rathbun Library benutzt Stempel sowie ein eingeklebtes Exlibris.

PS: Wer hier etwas über das Bibliotheks-Sonderheft erwartet hat, statt über eine amerikanische Bibliothek, muss sich bis kommende Woche gedulden. Es erscheint am 21.3.

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Prokrastinationen (Semesterferien, zum dritten) https://dennisschmolk.de/2023/03/10/prokrastinationen-semesterferien-zum-dritten/ https://dennisschmolk.de/2023/03/10/prokrastinationen-semesterferien-zum-dritten/#comments Fri, 10 Mar 2023 07:45:19 +0000 https://dennisschmolk.de/?p=4175 Womit beschäftigt sich einer, der eigentlich Arbeiten schreiben müsste? Ein Handy-Umzug Das alte Mobiltelefon hing auf Android 9 herum und schwächelte bzgl. Geschwindigkeit und Akku merklich. Also musste das alles umgezogen werden … und: Auf ein neues Handy umziehen ist nach wie vor einfach Mist. Einen neuen Rechner einzurichten ist ja schon kompliziert genug: ca. 100 Programme neu installieren (unter Linux wesentlich schöner als unter Windows: einfach apt install [100 ... Mehr

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Womit beschäftigt sich einer, der eigentlich Arbeiten schreiben müsste?

Ein Handy-Umzug

Das alte Mobiltelefon hing auf Android 9 herum und schwächelte bzgl. Geschwindigkeit und Akku merklich. Also musste das alles umgezogen werden … und: Auf ein neues Handy umziehen ist nach wie vor einfach Mist.

Einen neuen Rechner einzurichten ist ja schon kompliziert genug: ca. 100 Programme neu installieren (unter Linux wesentlich schöner als unter Windows: einfach apt install [100 programme]), Daten transferieren (z.B. Thunderbird-Profile auf USB-Stick ziehen und überspielen, ggf. das gleiche mit .configs), überall neu einloggen und bei allen Messengern erneut „Geräte verknüpfen“ etc.pp.

Aber ein neues Handy einzurichten ist eine Katastrophe (wenn man nicht irgend einen proprietären Dienst dafür nutzen will, der alle Daten erstmal in 34 Nationen ablädt). Erstmal versuchen, jede Menge Bloatware zu entfernen. Dann diverse Apps via Google Play neu installieren (ging das nicht auch mal via Web?) und sich da einloggen. Dazu gehört: Irgendwie auf „sichere“ Weise 25-stellige zufallsgenerierte Passwörter auf das Gerät kriegen, die aus gutem Grund nur in KeePass liegen. Und dann sowas wie Signal migrieren, ohne aus allen Gruppen rauszufliegen. Dazu gibt’s ne Anleitung – ist das ein Witz? Ich brauche WLAN, Bluetooth, einen siebenstufigen Transferprozess und zwei Stunden Zeit? Dieses Erlebnis könnte mich dazu bringen, meine eigentlich alt angestammte Signal-Treue zu überdenken. Immerhin weiß ich nun, dass ich ca. 123.000 Nachrichten über Signal empfangen und verschickt habe, fast 8GB an Daten. Krass.

Insgesamt waren es ca. 123.000 Nachrichten, die vom alten Handy (rechts) aufs neue (links) transferiert wurden.

Kurze Frage an die technisch gebildeteren Lesys dieses Blogs: Geht das alles irgendwie einfacher …?

Semesterplanung

Mitte April, in der zweiten Vorlesungswoche, werde ich bereits ein paar Sachen verpassen. Denn wir sind zu einem Workshop an der Uni Tübingen eingeladen: „Sterben, Trauern und Erinnern in Zeiten der Digitalisierung“ (leider finde ich dazu nichts im Web). Organisator: Matthias Meitzler, der damals auf der zweiten digina als Friedhofssoziologe referierte (mit Thorsten Benkel). Ich bin gespannt! (Side note: Master-Arbeit über Thanatosoziologisches? Ich habe mittlerweile schon viel zu viele Ideen …)

Anmeldungen

Inzwischen habe ich mich für meine Veranstaltungen via „Friedolin“ angemeldet; ob ich die Plätze wie gewünscht bekomme, stellt sich Ende des Monats raus (Losverfahren).

Dafür musste ich dann doch nochmal die Studiengangsbetreuung kontaktieren, denn einiges ist unklar gelöst. Beispiel: Man muss in Modulen, die aus 2 Seminaren bestehen, nur in einem der beiden Seminare eine Prüfung ablegen; das andere ist quasi ein Sitzschein. Nun muss man bei der VA-Anmeldung aber bereits eines als Prüfungsseminar wählen und das andere als „unmarkiertes“. Fragt sich, ob man das dann später noch wechseln kann …? Ja, man kann wohl. Bei der Prüfungsanmeldung dann.

Andere Unklarheit: Wie belegt man etwas, was man ggf. gar nicht richtig belegen will …? Hoffentlich bin ich bis zum Studienende dann wenigstens ausgebildeter Friedolin-Profi.

Präsenz und remote

Eine Sache, die mir immer wieder auffiel: Alles wäre etwas einfacher, wenn die VAs remote oder hybrid angeboten würden. Ich finde es ein bisschen schade, dass an der Uni anscheinend nicht viel von der Covid-Remote-Revolution übrig bleibt. Während es im Arbeitsleben inzwischen fast undenkbar ist, dass Home Office keine Option ist, scheint die Uni einfach in den alten Präsenz-Betrieb zurückzukehren. Ich sehe die Vorteile; Präsenz-Seminardiskussionen sind meistens besser als remote. Aber ein paar Zugeständnisse an die Lebensrealität von Menschen wäre oft hilfreich …

Hausarbeiten

Kommen wir doch kurz zu den Arbeiten. Derrida ist weitgehend fertig – es fehlen nur noch ein paar Pinselstriche hier, ein paar Schriftzeichen dort … Insgesamt bin ich ganz zufrieden, zumal ich eine kreative Idee hatte: Marginalglossen, um „weiterführende Gedanken“ am Rande der Arbeit abzuladen.

% Präambel
\newcommand\mpar[1]{\marginpar {\flushleft\sffamily\tiny #1}}
\setlength{\marginparwidth}{2.7cm}

% Aufruf
\mpar{Die Dichotomie Muttersprache/Fremdsprache überdeckt eine Fremdheit des Vertrauten und ein Fremdes des Eigenen. Eine unzulässige Komplexitätsreduktion.}

Das sieht dann so aus:


Zu Blavatsky steht nun vor allem Lektüre an. Dazu gibt es hier bald mehr, denn voraussichtlich wird mich dieses Thema nun die kommenden drei Wochen eng begleiten.

Exkurs: ChatGPT

Ich bezweifle, dass ChatGPT meinen Text zu Derrida hätte schreiben können. Trotzdem gibt es eine klare Warnung der Uni davor, das auch nur zu versuchen (Hervorhebungen und Kommentare von mir):

die textgenerierende künstliche Intelligenz (KI) Chat-GPT ist in der Lage, auch längere Fachtexte zu wissenschaftlichen Themen zu verfassen, die oft nicht von geschriebenen Texten menschlicher Fachleute zu unterscheiden sind. […] Diese technologische Entwicklung birgt sowohl Chancen als auch Risiken für Forschung und Lehre an Universitäten. Zum einen können sprachlich ausgereifte repetitive Recherchearbeiten, Zusammenfassungen oder Gebrauchstexte in Zukunft durch generative KI effizient erstellt werden.

Das klingt tatsächlich nach Fortschritt: Endlich muss nicht mehr ein Mensch seelenzermarternd langweilige Texte schreiben. Gleichzeitig fragt man sich, ob dann nicht ganze Berufszweige ausgedient haben … und ob es dann ein bedingungsloses Texty-Einkommen braucht. Aber bislang ist uns ja noch immer was eingefallen, weiterhin 40+ Stunden pro Woche zu füllen – und bislang sind dabei selten erfüllendere Jobs rausgekommen, siehe auch meinen Artikel zu Grafik-Generatoren-KIs.

Zum anderen können auch klassische asynchrone Prüfungsformate wie zum Beispiel Hausarbeiten obsolet werden, weil Studierende textgenerierende KIs zum Verfassen ihrer Arbeiten benutzen können, ohne die geforderte Eigenleistung zu erbringen.

Oder anders: Schreiben als Nachweis von „Leistung“ ist damit nicht mehr relevant. Leider wird es weiterhin „Publizieren“ als Nachweis von Leistung geben. Die Hoffnung, dass der Stapel ungelesener Texte endlich mal kleiner wird, ist glaube ich nicht begründet.

Nach derzeitigem Stand widerspricht eine undeklarierte Verwendung von KI-generierten Texten in Hausarbeiten und Abschlussarbeiten allerdings der von Studierenden abzugebenden Eigenständigkeitserklärung und käme damit einer Täuschung gleich, die bei Entdeckung sanktioniert würde.

Es ist interessant, dass diese offensichtliche Tatsache erwähnt werden muss – oder? Andererseits: Wie eigenständig ist das Paraphrasieren von Literatur eigentlich? Wenn in einer Arbeit 80% ChatGPT-Text, aber vier gute Gedanken stecken, ist das vermutlich eine wertvollere und bessere Arbeit als 100% uninspiriert selbst Geschriebenes. Aber irgendwie geht es eben auch um proof of work auf dem Weg zum symbolischen oder kulturellen Kapital.

Allerdings fällt der konkrete Nachweis einer Nutzung von KIs schwer, weil gängige Werkzeuge zur Entdeckung von Plagiaten durch Textvergleiche nicht mehr ausreichen werden. Zwar existieren erste Werkzeuge zur Erkennung von KI-generierten Texten, doch geben diese bestenfalls die Wahrscheinlichkeit an, dass ein Text KI-generiert wurde und halten, zumindest derzeit, wahrscheinlich einer rechtlichen Auseinandersetzung nicht stand.

Trotzdem wird es zweifellos zu diesen Rechtsstreitigkeiten kommen, und ich denke, die werden sehr spannend im Sinne von schwer vorhersagbar. „Vor Gericht und auf hoher See …“

Diese technologische Entwicklung fordert Universitäten dazu heraus, sich über Grenzen und Reichweite der Integration von KI in Studium und Lehre zu verständigen. Dieser Prozess schließt insbesondere ein Nachdenken über zukunftsfähige Prüfungsformate und zu vermittelnde Kompetenzen im Umgang mit KI ein.

Mein erster Gedanke: Ich fände es schade, wenn es keine Prüfungsform Hausarbeit mehr gäbe; ich bevorzuge das gegenüber mündlichen Prüfungen und auch Klausuren, weil man so am Ende wenigstens einen Text, ein Produkt hat. Andererseits gibt es gerade in den Geistes- und Sozialwissenschaften ja viele Möglichkeiten, einen „nicht KI-generierbaren Bestandteil“ aufzunehmen, etwa ein bisschen Mini-Empirie/Sozialforschung, etwas Künstlerisches/Kreatives, oder einfach eine kurze mündliche Verteidigung zur Arbeit.

Mehr noch, mit leistungsstarken und flexiblen KIs stellen sich auch grundlegende gesellschaftliche Fragen zur Verdrängung menschlicher Erwerbsarbeit und der notwendigen Anpassung betroffener Lebensmodelle.

S.o. – gerade universitäre Lebensmodelle könnten ja durchaus betroffen sein …

Die Transparenz, Überprüfbarkeit und Diskriminierungsfreiheit des Einflusses der Entscheidungen und Kommunikation von KI auf das menschliche Leben erfordern neue ethische und juristische Normen.

Ergibt der letzte Satz Sinn? Müsste es nicht heißen: „Wollen wir verhindern, dass KI das menschliche Leben auf intransparent, nicht überprüfbare und diskriminierende Weise beeinflusst, braucht es …“?

Klar ist auch, dass die beeindruckende Leistungsfähigkeit von Chat-GPT nur der Anfang einer beschleunigten Entwicklung immer leistungsfähigerer KIs ist. Wir erwarten KIs, die in immer mehr Lebensbereichen der menschlichen Leistungsfähigkeit ebenbürtig sein werden oder diese sogar übersteigen. Eine simple reflektorische Auseinandersetzung mit dem Status quo ist daher nicht ausreichend. Vor diesem Hintergrund wird die Universität Jena in den nächsten Monaten einen partizipativen Prozess der Auseinandersetzung über den Umgang mit textgenerierenden künstlichen Intelligenzen anstoßen. Weiterbildungen und regelmäßige Schulungen der Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden zu den Grundlagen, Fähigkeiten und der verantwortungsvollen Nutzung von KIs müssen die Basis für den zukünftigen Diskurs an der Universität Jena darstellen. Mit Beteiligung von Studierenden und Beschäftigten werden wir dazu zeitnah Handlungsempfehlungen ausarbeiten.

Das ist natürlich ziemliches Bla-Bla (nicht im Sinne von „falsch“, sondern im Sinne von „trivial richtig“).


Beitragsbild: Vielleicht eine Option für mein weiteres Leben? Leider sind keine Blutopfer nötig, das macht es weniger attraktiv. Und wenn die Illuminati eine AOL-Adresse verwenden, sind sie vielleicht doch nicht ganz so erfolgreich …?

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https://dennisschmolk.de/2023/03/10/prokrastinationen-semesterferien-zum-dritten/feed/ 2
Die Semesterferien … part deux https://dennisschmolk.de/2023/03/03/die-semesterferien/ https://dennisschmolk.de/2023/03/03/die-semesterferien/#comments Fri, 03 Mar 2023 06:44:19 +0000 https://dennisschmolk.de/?p=4152 Wie schon zum Ende des Semesters angekündigt, ist es hier etwas stiller geworden. Damit weder mir noch meinen Lesys allzuviel durchrutscht, gibt es heute mal wieder ein vermischtes Sammel-Update. Der Rest meiner Zeit wandert in Projektchen und die u.g. Seminararbeiten. Linkedin Was passiert so im Job? Linkedin scheint der neue heiße Sch… zu sein. Jedenfalls hört man (ich) den Namen des Netzwerks in beruflichen Kontexten immer öfter. Grund genug, mal ... Mehr

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Wie schon zum Ende des Semesters angekündigt, ist es hier etwas stiller geworden. Damit weder mir noch meinen Lesys allzuviel durchrutscht, gibt es heute mal wieder ein vermischtes Sammel-Update. Der Rest meiner Zeit wandert in Projektchen und die u.g. Seminararbeiten.

Linkedin

Was passiert so im Job? Linkedin scheint der neue heiße Sch… zu sein. Jedenfalls hört man (ich) den Namen des Netzwerks in beruflichen Kontexten immer öfter. Grund genug, mal ein paar sozialanthropologische Studien dort durchzuführen.

Erste Stufe: Sichten des Newsfeeds und der Beiträge, die Menschen dort so posten.
Zweite Stufe: Die aus Stufe 1 gewonnenen Erkenntnisse in ein eigenes Meta-Posting packen. Das sah dann so aus:

Wie man den Metriken entnehmen kann, kam das gar nicht so schlecht an. Bei 393 Kontakten sind 1100 (inzwischen 1300) Impressionen wohl recht okay.

Mein Eindruck bleibt aber: Das ist eine Selbstbestätigungsblase für Menschen, die ihr Leben mit Arbeit füllen. Es gibt eine eigene Kultur des „Ich arbeite viel und bin stolz darauf“, flankiert von einer „man darf ja gar nicht mehr sagen, dass man gerne arbeitet“-Argumentation. Und alle versuchen, anderen ihre Spaß-Kompetenz als Produkt zu verkaufen. (Aber immer noch besser als XING, das scheint mir inzwischen schlicht und ergreifend tot.) Masterarbeits-Idee: „Work is fun. Ein Legitimationsregime der Arbeit durch Spaß“.

Sorry, Katja, dass dieses Linkedin-Bashing so kurz ist, aber mehr Raum verdient das auch nicht.

Theater-Sneak

Auch in Nürnberg passiert Schauspiel! In der Tafelhalle gibt es monatlich (?) eine Theater-Sneak. Ich war immer großer Fan der Kino-Sneak-Previews im Casablanca, also warum nicht?

Was wir sahen, war eine Tanztheater-Interpretation von Kafkas „Prozess“. An die Lektüre erinner(t)e ich mich nur fragmentarisch (12. Klasse?), sodass die eingesprochenen Erzählfragmente einigermaßen hilfreich waren. Aber nur einigermaßen – denn insgesamt war es mir (uns) nahezu unmöglich, einen Bezug zwischen dem Kafka-Text und der Bühnendarbietung herzustellen. Die Tanzdarstellung war schön, aber natürlich nicht auf dem Ballett-Niveau des Staatstheaters (Montero und Co.). Die Live-Musik in Form eines Dutzends Streicher, die auch über die Bühne tanzten, war allerdings ausgesprochen passend und faszinierend. Etwas irritiert war ich durch den symbolischen Einsatz von verschiedenförmigen weißen Kopfkissen … und die psychiatrisch anmutenden weißen Leibchen.

Genaue Stückbezeichnung: „SETanztheater & Orchester Ventuno: Der Process“. Danke an D.W. aka Miety und Sabine für Idee und Begleitung!

Die Kollegys

Wie schon mehrfach erwähnt, führe ich langsam aber sicher auch in meinem Nürnberger Umfeld den y-Plural ein. Das kommt nicht überall gut an, aber an anderer Stelle setzt es sich durch. Generelle Gender-Gegnys fremdeln auch mit der y-Lösung, aber andere finden sie elegant. Das scheint an sich ein ganz gutes Zeichen für eine Lösung zu sein, die dauerhaft funktioniert, wie auch die bpb findet:

Das Entgendern nach Phettberg ist einfach verwendbar und dennoch auffällig und insofern eine Kompromissform. Dass diese Form dabei Einigen zu wenig weit geht und Anderen zu weit, ist vielleicht ein Zeichen dafür, dass ein großes Missverständnis zuletzt ausgeräumt werden muss: Die eine Form, die alles löst, gibt es nicht.
(Hintergrund – danke an A.D.!)

Ich möchte an dieser Stelle den Terminus „dissensfähig“ in einem positiven Sinne nutzen. Klar ist dieser Modus des Genderns (oder: Ent-Genderns?) nicht konsensfähig, genausowenig wir irgendeine andere Form; aber sie ist in einem stabilen Maße dissensfähig – we can agree to diagree (and still use it). Maybe.

Thoska und Jena


Eine Thoska läuft ab. Und zwar zum Ende des jeweiligen Semesters. Das ist doof, denn die Thoska ist ja alles: Semesterticket, Rabattkarten, Mensa-Geldchip usw. usf. Daher muss man (sofern man sich rechtzeitig durch Überweisen des Semesterbeitrags zurückgemeldet hat) die Thoska idealerweise vor dem Ablaufdatum in einen „Validierer“ stecken und überdrucken lassen.

Um die Thoska zu validieren, muss man dann natürlich auch erstmal nach Jena kommen. Mit dem Regio, nachdem die letzten Erfahrungen diebezüglich ja ganz positiv waren. Leider gab es diesmal eine Vollsperrungs-Baustelle, einen spontanen Zugausfall und es war alles kein Spaß (aber auch keine Katastrophe). Fun fact: Außerdem wurde als Ersatz eine Verbindung empfohlen (persönlich vom Schaffner), die mit meinem Franken-Thüringen-Ticket gar nicht legal nutzbar ist. Zum Glück passierte das schon auf Thoska-Gebiet, und zu diesem Zeitpunkt war die „alte“ Thoska ja noch gültig.

Hausarbeiten

Mit Derrida ging und geht es voran – eine Gliederung und ca. 80% des Textes stehen, nur Reihenfolge und Glättung fehlen noch. Ende Februar gab es auch eine Zoom-Sprechstunde zu dieser Hausarbeit. Nun muss ich mich mal hinsetzen und alle Ideen in LaTeX „konsolidieren“.

Die historische Arbeit für Geschlecht und Religion – also die Blavatsky-Arbeit – ruht bis auf einige wenige Lektüren. Idealerweise fange ich da nächste Woche zu schreiben an … aber was ist schon ideal …?

Nächstes Semester

Der Bau des Semesterplans steht öfter vor kleineren Hürden:

Tja, dann gibt es wohl dieses Semester keinen „Wandel in räumlicher Perspektive“. Dennoch: Ein erster provisorischer Stundenplan steht und enthält Veranstaltungen …

  • zur Emotionsgeschichte
  • zu einem „affektiven Kapitalismus“
  • zu „Kapitalismus und Begehren“ aus queerer Perspektive

sowie

  • zur politischen Ideengeschichte (Vorlesung mit Kolloquium)
  • und zum kommunitarischen Anarchismus bei Gustav Landauer.

Außerdem gibt es natürlich wieder einen Lektürekreis, mit noch zu nennender Lektüre.

Es wird also gemischt politisch und affekttheoretisch, auf jeden Fall kapitalismuskritisch und insgesamt vermutlich ganz spannend. Vielleicht werfe ich aber ein paar der Veranstaltungen auch nochmal um. Und schließlich muss ich da ja auch überall noch den gewünschten Platz bekommen … Zusätzlich überlege ich, mich für zwei Seminare anzumelden, die sich mit Paaren/Partnerschaften, Gender und Eigentum beschäftigen; ob ich das aber als Studienleistung oder nur „zum Spaß“ belege, weiß ich noch nicht.

 


Beitragsbild: Morgenrot über der Kunitzburg, Symbolbild.

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Back to work! https://dennisschmolk.de/2023/02/21/back-to-work/ https://dennisschmolk.de/2023/02/21/back-to-work/#comments Tue, 21 Feb 2023 06:47:38 +0000 https://dennisschmolk.de/?p=4130 Die erste Generation schafft Vermögen, die zweite verwaltet Vermögen, die dritte studiert Kunstgeschichte, und die vierte verkommt. Otto von Bismarck Nun bin ich also wieder in der Arbeitswelt angekommen. Sieben Wochen lang stehe ich wieder in Diensten der DAHAG. Pluspunkt: Wieder ganz viel Zeit in Nürnberg! Minuspunkt: Ich vermisse Jena ein bisschen und muss meine Zeit zwischen Privatem, Universitärem, Beruflichem und Projekten verteilen. Ups. Ein neuer Alltag: Arbeit! Die Rückkehr ... Mehr

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Die erste Generation schafft Vermögen, die zweite verwaltet Vermögen, die dritte studiert Kunstgeschichte, und die vierte verkommt.
Otto von Bismarck

Nun bin ich also wieder in der Arbeitswelt angekommen. Sieben Wochen lang stehe ich wieder in Diensten der DAHAG. Pluspunkt: Wieder ganz viel Zeit in Nürnberg! Minuspunkt: Ich vermisse Jena ein bisschen und muss meine Zeit zwischen Privatem, Universitärem, Beruflichem und Projekten verteilen. Ups.

Ein neuer Alltag: Arbeit!

Die Rückkehr in die Arbeit war weniger ‚hart‘ als gedacht, aber es ist schon eine Umstellung. In den ersten Tagen gab es vor allem großes Wiedersehen, viele Fragen, ungläubige Blicke („Ach, du arbeitest noch hier?“) und lange Updates. Langsam kommt übrigens die Orientierung in den Wochentagen zurück – und das erste Wochenende fühlte sich wieder wie ein ‚richtiges‘ Wochenende an. Sieben Wochen sind allerdings keine lange Zeit, sodass ich vermutlich vor allem ein paar alte Fäden weiterspinne und ansonsten eher nur Tagesgeschäft mache. Für neue, große Projekte ist das einfach zu kurz.

Leider war am ersten Tag mein Rechner über mehrere Stunden nicht einsatzbereit, bzw. schlicht und ergreifend physisch nicht greifbar. Das führte dazu, dass ich an meinem Schreibtisch saß, während gerade hoher Besuch durch die heiligen Hallen geführt wurde, und nichts anderes tun konnte, als mit mir selbst Käsekästchen zu spielen. Währenddessen türmten sich vor mir drei Stück Kuchen, Kaffeetassen und stapelweise während meiner Abwesenheit eingetroffene Werbepost.

Bonus: Denn in so einer Firma hat dauernd jemand Geburtstag und man bekommt Kuchen, Torten, Donuts, Brezeln, Salate usw. Meist in Über-Mensa-Qualität.

Blogging?

Den Kollegys, die meine Sabbatical-Blog-Doku noch nicht kannten, habe ich vorsorglich den Link geschickt. Eine Kollegin fragte dann zurück: „Wie kommt man eigentlich auf die Idee, ein Blog über Lebensausschnitte zu führen?“ Meine spontane Reaktion: „Hm … das war mal 2005 der heiße Scheiß und man hat es beibehalten …“ (Das stimmt, ich glaube, mein erstes „Livejournal“-Blog hatte ich 2005 eingerichtet, ca. 2007 kam dann der Wechsel zu WordPress.)

Weitere Gründe: „Ich mach das v.a., damit ich es a) selber irgendwann wieder lesen kann und b) damit mittelgradig bekannte Personen auf dem Laufenden bleiben. Und ich will die Kontrolle drüber haben, keine Facebook-Postings oder Instagram-Stories oder sowas. Social Media wird nur unübersichtlich. An so nem Blog kann ich selber bestimmen, wie es aussieht.“

Zufällig stieß ich dann letzte Woche auf diesen Internetkultur-Artikel „Bring back personal blogging“. Der ist zwar ein bisschen arg simplifizierend – es macht die Rechnung ohne den Kapitalismus, so to speak –, aber den romantisierenden Blick auf diese Phase des Internet habe ich auch. Eines der wichtigsten Argumente:

The biggest reason personal blogs need to make a comeback is a simple one: we should all be in control of our own platforms. […] Owning your content and controlling your platform is essential, and having a personal blog is a great way to do that.

Das ist in einer „Aufmerksamkeitsökonomie“ natürlich nur bedingt relevant – zumindest, um Sachen zu verkaufen, und sei es die eigene Person. Da sind schnellebige Währungen der Kenntnisnahme (Likes und Konsorten) vielleicht relevanter als Modi der intensiven Anerkennung (Kommentare, Pinkbacks, Repliken).

Nachdem ich hiermit aber keine finanziellen Ziele verfolge, kann ich mir die Langform gönnen und die damit einhergehende Entschleunigung. Wem das zu lang ist, der muss es ja nicht lesen 🙂

Also ganz kurz: Dezentralisierung und eine gewisse Autonomie sind die wichtigsten Argumente für dieses Blog.

Programm fürs nächste Semester!

Seit 20.2. ist das Programm für das kommende Sommersemester online! Laut Musterstudienplan steht für mich an:

  • Ein Modul zur Politikwissenschaft (politische Ideengeschichte und Theorie). Da bin ich insbesondere auf das Seminarprogramm gespannt.
  • Ein Modul zur soziologischen Zeitdiagnose.
  • Wieder ein Lektürekreis.
  • Und dann wird es kompliziert: ein Modul „Aufbau- oder Vertiefungsbereich“, und das kann alles heißen. Nach einem ersten Blick ins Modulhandbuch würde ich sagen, dass ich hier zu viele Optionen habe. Spontan reizen mich
    • Gesellschaftstheorie oder Angewandte Ethik (Vertiefungsbereich) oder
    • Ästhetik, integrative Anthropologie, Arbeit/Wirtschaft/Wohlfahrt, postkoloniale Bildung, gesellschaftlicher Wandel in räumlicher Perspektive [sic], Geschichte des 20. Jhd. (Aufbaubereich).

Ich vermute, hier werde ich mich etwas länger durchs Vorlesungsverzeichnis durch Friedolin wühlen müssen. Insgesamt hoffe ich, ein vergleichbar gutes Händchen bei der Kurswahl zu haben wie letztes Semester 🙂

Hausarbeiten

Mit den beiden Hausarbeiten geht es nur recht langsam voran. Die groben Themen:

  • „Gastlichkeit der Sprache“: Was würde Derrida zu Etel Adnans Versuch der Sprachanverwandlung durch „Malen auf Arabisch“ sagen?
  • „Geschlecht und Religion“: Emanzipative und gegenemanzipative Momente in der Theosophie (Blavatsky, Annie Besant, …)

Für die „Derrida/Adnan“-HA ist Ende des Monats eine Zoom-Besprechung anberaumt. (Ende des Monats ist allerdings ja schon sehr bald …) Die Dozentin von „Religion und Geschlecht“ (Theosophie) ist ebenfalls bis Ende des Monats im Urlaub, sodass sich beide Arbeiten wohl in den März verschieben. Die meiste Literatur für Adnan habe ich aber bereits gesichtet; Derrida steht diese Woche nochmal an; und für die Theosophie-Arbeit habe ich bereits eine ganze Menge an Literatur gefunden:

Interessant finde ich, dass es die meiste dieser Literatur kaum (legal) online gibt, jedenfalls nicht mit einem Zugang über meine Thulb. Ich werde mir anders behelfen müssen.

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