Blog – Dennis Schmolk https://dennisschmolk.de/category/blog/ Kontakt: dennis@dennisschmolk.de Sun, 03 May 2026 15:49:57 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://dennisschmolk.de/wp-content/uploads/2023/08/cropped-oKajK5kXZmHLTZso5N5C-1-2mlpj-32x32.png Blog – Dennis Schmolk https://dennisschmolk.de/category/blog/ 32 32 Outsider-Kurzkritik: Mraz und Sohn https://dennisschmolk.de/2026/04/29/kurzkritik-mraz-und-sohn/ https://dennisschmolk.de/2026/04/29/kurzkritik-mraz-und-sohn/#comments Wed, 29 Apr 2026 17:59:33 +0000 https://dennisschmolk.de/?p=7526 Ich war im Mraz & Sohn. Wer das nicht kennt: Es handelt sich um ein 2-Sterne-Lokal in Wien. Anlass war der Geburtstag meiner Lebens- und Genusspartnerin. Dieser kurze Artikel dient dazu, meine Erfahrung festzuhalten und ein paar Leuten schicken zu können, erhebt also keinen Anspruch auf literarische Finesse, Publikationswürdigkeit oder Objektivität. tl; dr Das Mraz & Sohn kriegt 6,5/10 völlig subjektive Sternchen. Zum Vergleich: Das Enigma würde ich mit 7, ... Mehr

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Ich war im Mraz & Sohn. Wer das nicht kennt: Es handelt sich um ein 2-Sterne-Lokal in Wien. Anlass war der Geburtstag meiner Lebens- und Genusspartnerin. Dieser kurze Artikel dient dazu, meine Erfahrung festzuhalten und ein paar Leuten schicken zu können, erhebt also keinen Anspruch auf literarische Finesse, Publikationswürdigkeit oder Objektivität.

tl; dr

Das Mraz & Sohn kriegt 6,5/10 völlig subjektive Sternchen. Zum Vergleich: Das Enigma würde ich mit 7, das Nürnberger etz mit 9 Sternchen bewerten.

Disclaimer

Ich sollte vorwegschicken:

  1. Allzu Sterne-erfahren bin ich im Gegensatz zu meiner Begleitung nicht, daher kann ich nur mit dem vergleichen, was ich erlebt habe (insgesamt nun: 6 Sterne). Ergo: Ich fühle mich ein bisschen als Outsider.
  2. Ich bin Fan des Kunst-Kulinarik-Kosmos rund um den Betreiber Lukas Mraz und seine Healthy Boy Band.

Letzteres drückt sich in meiner Wohnungsgestaltung aus. Hier stehen die meisten Ausgaben des artsy Kochmagazins „Healthy Times“ herum, meinen Kücheneingang schmückt ein entsprechendes Poster und die HBB hängt neben dem Klo:

Natürlich musste ich Merch kaufen, und nun habe ich passend zu meiner Kochschürze mit dem “Wood Sitting on a Bed”-Meme (danke, Nic!) auch noch einen Acid-Gurkerl-Bucket-Hat. Uniform completed.

Und auch die Karte macht sich gut am Kühlschrank:

Detailwertung

Ich habe mir vollkommen willkürlich die folgenden Kriterien ausgedacht:

Kategorie Sternchen (von 10)
Bildung 6
Lecker 10
Design & Performance 8
Anarcho-Faktor 5
Pamper-Faktor („I feel special!“) 4
Preis/Leistung 6

Mittelwert: 6,5.

Preispunkt: 315 Euro (Aperitif, Menü, alkfreie Begleitung, Mokka und Trinkgeld) plus 36 Euro für den Bucket Hat. Damit ein paar Euro günstiger als etz und Enigma.

Bildung & Lecker

Alles war superlecker, eine coole aromatische Reise.

Highlight-Notizen:

  • Spargel Wellington im Tempura-Teig mit Morchel-Duxelles -> man könnte das „Schweinchen Schmitt“ auch mal in Tempura probieren. Sehr geil und inspirierend.
  • Rhabarber in verschiedenen Zubereitungen, auch gepickelt als „Neutralisator“ zwischen Sushi-Bissen. Ebenfalls inspirierend, als nächstes fermentiere ich Rhabarber.
  • Sauerteiglaugencroissant als Brotgang. Hammer.
  • Mapu Tofu, sehr Szechuan-lastig, gewagt. Spannte einen schönen Bogen meiner Wien-Erlebnisse, da ich zwei Tage vorher Angela Merkels chinesisches Lieblingsgericht im Ostwind hatte

Insgesamt hätte ich mir aber mehr „Gewagtes“ gewünscht. In der Menükarte schreibt das Mraz & Sohn, man lasse die Gäste jeden Teil von Tier und Pflanze probieren – „Es gibt keine schlechten Stücke, nur unpassende Zubereitung“. Davon hätte ich aber gerne mehr gesehen! Ich gehe ja in Sternelokale, weil ich dort ungekannt Fermentiertes, neue Fleischteile und exotisches Zeug aus dem Meer kennenlernen kann. Daher war das für meine „kulinarische Bildung“ weitaus weniger Return on Invest als etz oder Enigma (Baby Squid!).

Andererseits hat meine Begleiterin vielleicht recht, wenn sie sagt, dass ich vor 6 respektive 13 Monaten halt auch noch leichter zu beeindrucken war …

Design, Performance, Anarcho

Das Menü war durchkomponiert, inklusive passender Playlist – eine Meisterleistung, wenn man bedenkt, dass es zwischen den Tischen durchaus mal 2 Gänge Abstand gab. Am Anfang wurden alle Komponenten im Einkaufswagen präsentiert, zum Schluss kamen Käse- und Mokkawagen. Kleiner Wermutstropfen: Von Anfang bis Ende waren mir alle Erklärungen und Präsentationen deutlich zu schnell – man kam kaum mit, und die relativ laute Musik verhinderte allzuviele Rückfragen.

Das Lokal ist ebenfalls sehr atmosphärisch: bisschen industrial, bisschen Kunst, schöne offene Küche, überall witzige Details (siehe Beitragsbild). Wir hatten den besten Platz mit vollem Überblick – danke dafür.

Allerdings kam mir der Anarcho-Charakter des Healthy-Boy-Band-Mraz insgesamt zu kurz – das war aber vielleicht auch meine falsche Einschätzung. Ich hatte zumindest 2 Teller erwartet, die mir entzückenden Blödsinn wie das Pinocchio-Eis präsentieren.

Und generell muss man zum Thema „Anarcho“ und „Inklusivität“ sagen: Auch wenn das Menü, das man am Ende des Abends ausgehändigt kriegt, sagt, „everybody is welcome“, ist die ganze Veranstaltung natürlich alles andere als inklusiv. Sondern ziemlich exklusiv, wenn man den price point bedenkt. Auch wenn niemand in Abendgarderobe kommt und das Team Acid-Gurkerl auf der Stirn hat. Ich habe kein Problem mit Exklusivität, ich kaufe auch Kunst; aber es ist ein bisschen eine Dissonanz.

(Rechts zu sehen übrigens die „Bambini Rabarbi“, die wir noch auf den Weg geschenkt bekamen.)

Pamper-Faktor (plus: Gemini-KI-Tipps!)

Hierfür muss ich ein bisschen ausholen. Vor einem Dreivierteljahr hatte Sophie Passmann ihren Freund Max Strohe als Podcast-Gast. (Danke für die Empfehlung damals, K.!)

Ich wusste noch, dass er darin über ausgefallene Gästewünsche berichtet, und wie sich Sternelokale alle Mühe geben, diese zu erfüllen. Also bat ich eine KI (perplexity mit Gemini), diese Stellen im Transkript zu finden. Perplexity weigerte sich; mit Gemini direkt (also einfach im Browser) ging es. Offenbar blockt Youtube Zugriffe über API, selbst wenn man über ein Gemini-Modell kommt. Jedenfalls:

Max Strohe erklärt ab [23:42], dass viele Services in der gehobenen Gastronomie zum Standard („Bare Minimum“) gehören:

  • Social Media Recherche: Gäste werden im Vorfeld auf Facebook oder Instagram gesucht, um zu wissen, wer sie sind und ob sie z. B. einen Jahrestag feiern [23:23].
  • Personalisierte Begrüßung [23:42].

Ich glaube, das stimmt nicht, jedenfalls nicht für ganz normale Gäste wie uns. (Ich bin gespannt, ob es stimmen wird, wenn ich mal im Tulus Lotrek bin.) Ich hatte im Vorfeld per Mail gefragt, ob man zum Geburtstag meiner Begleiterin einen amüsanten Zwischengang haben könne (bezogen auf ein Rezept aus der Healthy Times), d.h., niemand hätte uns stalken müssen, um den Anlass zu erfahren – den hatte ich mitgeteilt. Aber darauf eingegangen ist niemand.

Vermutlich ist es vollkommen vermessen, als einer von ca. 40 Gästen „gepampert“ werden zu wollen, aber ein bisschen Individualisierung hätte ja nichts gekostet (zumindest eine Gratulation vom anwesenden Lukas Mraz). Mein Empfinden sagt jedenfalls, dass ich mich für über 300 Euro ein klein bisschen special fühlen möchte. Auch wenn ich nur einer von 40 bin.

Fazit

Es war superlecker, es war ein Erlebnis, ich bereue nichts – aber ich denke, es wäre mir nicht nochmal über 300 Euro wert.


Featured Image: „Boys“ im Toilettenbereich. Dort lief übrigens ein Standup-Programm im Hintergrund.

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Lovecraft-Links #02 https://dennisschmolk.de/2026/02/26/lovecraft-links-02/ https://dennisschmolk.de/2026/02/26/lovecraft-links-02/#respond Thu, 26 Feb 2026 16:41:31 +0000 https://dennisschmolk.de/?p=7495 Since I’m gonna go to Providence, I thought I might as well collect some misc links to Lovecraftian stuff from the interwebs. Kind of like tentaclii. I won’t promise any regularity or schedule. Games, Film & Media There’s a new dark Point-and-Click-Adventure called „The Dark Rites of Arkham“ (Steam). Since I’m always interested in the representation of towns and cities in the Mythos (see below), I might give it a ... Mehr

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Since I’m gonna go to Providence, I thought I might as well collect some misc links to Lovecraftian stuff from the interwebs. Kind of like tentaclii. I won’t promise any regularity or schedule.

Games, Film & Media

  • There’s a new dark Point-and-Click-Adventure called „The Dark Rites of Arkham“ (Steam). Since I’m always interested in the representation of towns and cities in the Mythos (see below), I might give it a try some of these days. Here’s a playthrough on Youtube. [Update: Finished it in 5.6 hours. Worth playing, with little plays on genre conventions, but overall a few too many plotlines and some puzzles that didn’t feel quite (un)natural.]
  • The new „MINIONS & MONSTERS“ film features … little cthulhu. (Trailer)
  • There’s a free Open Access publication from Transcript Verlag: „Tierwerden und Pflanzendenken in der Literatur – Ökologische Entgrenzungen von Franz Kafka und H.P. Lovecraft bis heute“. It’s in German, so it might be of interest of some readers here.
  • There’s gonna be a crowdfunding for a new tabletop game called „The Void Unveiled: Echoes of Arkham“ on Gamefound, kind of like a kickstarter for games. I think I’ll skip this one since I have enough Lovecraft themed board games …

Misc

  • The HPLHS launches a new raffle: „From time to time, the HPLHS conducts a raffle to raise funds for a great cause. It came to our attention that the home of Robert E. Howard in Cross Plains, Texas is in serious need of restoration and needs funds to do it. So we’ve reached out to some friends in the community and assembled our biggest prize package yet.“ Tickets can be bought here.
  • And finally, there’s another entry for the „city depictions in Mythos media“ category: „The Planner’s Guide to Arkham: H.P. Lovecraft’s Fictional City Through the Lens of Urban Development“ is free on substack (although you’ll have to register to read the full thing). I love topographical interpretations of Mythos places (e.g. Erich Zann’s Paris).
    Teaser:

This essay approaches Arkham from a professional urban planning perspective, analyzing Lovecraft’s fictional city as if it were a real New England municipality. What emerges is not only a richer understanding of Lovecraft’s worldbuilding but also insight into how urban form itself becomes a narrative device in cosmic horror.

 

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Informationssicherheitsrisikosoziologie https://dennisschmolk.de/2026/02/17/informationssicherheitsrisikosoziologie/ https://dennisschmolk.de/2026/02/17/informationssicherheitsrisikosoziologie/#respond Tue, 17 Feb 2026 16:55:57 +0000 https://dennisschmolk.de/?p=7479 (Zuerst erschienen auf LinkedIn.) Ich bin ja passionierter Systemtheoretiker Luhmann’scher Prägung. Und da fragt man zuallererst immer und überall: „Welche Unterscheidung wird hier gemacht?“ In der Theorie deckt das (unvermeidbare) blinde Flecken auf und hilft, den Gegenstand einzuschränken. In der Praxis deckt es die (immer noch unvermeidbaren) blinden Flecken auf und hilft, den Gegenstand zu erweitern. So weit, so abstrakt. Informationssicherheit vs. Regulatorik Die häufigste Unterscheidung ist die zwischen „Informationssicherheit“ ... Mehr

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(Zuerst erschienen auf LinkedIn.)

Ich bin ja passionierter Systemtheoretiker Luhmann’scher Prägung. Und da fragt man zuallererst immer und überall: „Welche Unterscheidung wird hier gemacht?“ In der Theorie deckt das (unvermeidbare) blinde Flecken auf und hilft, den Gegenstand einzuschränken. In der Praxis deckt es die (immer noch unvermeidbaren) blinden Flecken auf und hilft, den Gegenstand zu erweitern. So weit, so abstrakt.

Informationssicherheit vs. Regulatorik

Die häufigste Unterscheidung ist die zwischen „Informationssicherheit“ und „Informationssicherheitsmanagement“. Also: Zwischen „technischer Absicherung“ und „Regulatorik“. Das ist eine „Weltverdoppelung“: Neben die reale Welt der Cybergefährdungen und Angriffsvektoren tritt eine zweite, scheinbar irrealere Welt, die die erste abbildet und dokumentarische Etiketten draufpappt.

Das kann man beklagen, aber ich glaube, es ist unvermeidbar. Nicht nur, weil „Informationssicherheit qua Bauchgefühl“ in der Praxis meist unvollständig bleibt und Checklisten dann am Ende doch helfen. Sie ist auch theoretisch unvermeidbar, weil die bloße Existenz dieser Checklisten dazu führt, dass man sich zu ihnen verhalten muss. Das führt uns zu …

Gefahr vs. Risiko

Luhmann war der Ansicht, dass man „Risiko“ und „Sicherheit“ unterscheidet, obwohl man viel besser „Risiko“ und „Gefahr“ unterscheiden sollte. Warum? Weil dann klar wird, worum es geht:

❗Entscheidungen überführen Gefahren in Risiken.

Und das heißt: Es gibt gar keine Gefahren mehr! Sogar die Gefahr von Naturkatastrophen wird beobachtet und damit zwangsläufig zum „Risiko“, denn der Möglichkeit von Naturkatastrophen sind wir uns bewusst und müssen uns dazu mittels Entscheidung verhalten. Es gibt auch keine „Gefahren“ im Internet: Es gibt nur das Risiko, sich zu entscheiden, ins Internet zu gehen und dabei bestimmte gefährdende oder schützende Software zu benutzen.

Accountability vs. Responsibility

Und damit sind wir bei „Verantwortung“. Für die Naturkatastrophe kann niemand die Verantwortung übernehmen; für die Entscheidung, keine Ressourcen in Abwehr oder Notfallpläne zu investieren, sehr wohl. Denn wir erinnern uns: Alle Gefahren werden qua Entscheidung zu Risiken. Und für diese Entscheidung und/oder die „entstehenden“ Risiken trägt jemand eine „Verantwortung“. Nur: Was heißt das?

Irgendjemand – und die ISO sagt: die Geschäftsführung – trägt die Gesamtverantwortung. Das ist eine Ergebnisverantwortung, also eine „Accountability“. Auch für einen „unvorhersehbaren“ Vorfall trägt sie eine Verantwortung. Ein bisschen davon kann sie delegieren, etwa an einen ISB – der ist ebenfalls ergebnisverantwortlich, aber nur für den Betrieb und die Entwicklung des ISMS. Andere Accountability kann an die IT-Leiterin oder das IT-Security-Management abgegeben werden; und die wiederum können Responsibility an Durchführende abgeben. Aber die Verantwortung für das „Alles“ bleibt.

▮ tl;dr: Regulatorik hilft, unvermeidbarer Verantwortung zu begegnen. Nicht mehr und nicht weniger.

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Verborgene Domschätze und endlose Orgeltöne https://dennisschmolk.de/2026/02/10/verborgene-domschaetze-und-endlose-orgeltoene/ https://dennisschmolk.de/2026/02/10/verborgene-domschaetze-und-endlose-orgeltoene/#respond Tue, 10 Feb 2026 06:30:15 +0000 https://dennisschmolk.de/?p=7437 “Get out of whatever cage you find yourself in.” (John Cage) Ich habe am Wochenende einen (für meine Verhältnisse) spontanen Trip in die Region(en) Magdeburg, Halberstadt, Quedlinburg gemacht. Freitag nach Magdeburg (mit kuzem erstem ‚a‘) angereist, am Samstag Halberstadt und Quedlinburg (mit langem ‚e‘) besucht, am Sonntag Magdeburg erkundet. Montag über Halle zurück. Damit führte mich die Kurzreise fast schon wieder in die aus dem Masterstudium bekannten Gefilde … Hier ... Mehr

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“Get out of whatever cage you find yourself in.” (John Cage)

Ich habe am Wochenende einen (für meine Verhältnisse) spontanen Trip in die Region(en) Magdeburg, Halberstadt, Quedlinburg gemacht. Freitag nach Magdeburg (mit kuzem erstem ‚a‘) angereist, am Samstag Halberstadt und Quedlinburg (mit langem ‚e‘) besucht, am Sonntag Magdeburg erkundet. Montag über Halle zurück. Damit führte mich die Kurzreise fast schon wieder in die aus dem Masterstudium bekannten Gefilde … Hier ein paar Kurznotizen.

Quedlinburg

Von Magdeburg fährt man etwas über eine Stunde mit dem Regio, wobei man auch den zweiten Ort meines Samstagsprogramms – Halberstadt – durchquert. Der Bahnhof liegt angenehm nah am historischen Zentrum, in dem es (wie überall) einige wuchtige Kirchen und vor allem sehr viel Fachwerk gibt. Dem schnoddrigen Ton zum Trotz muss ich zugeben, dass dieses Städtchen wirklich unfassbar hübsch ist. Es lag jede Menge matschiger Schnee, aber das tat dem ästhetischen Empfinden keinen Abbruch. Quedlinburg sagte mir vorher nur durch das Brettspiel „Die Quacksalber von Q.“ etwas, aber jetzt ist es auf meiner mentalen Karte schmucker Städtchen fest verankert.

Leider war das Feininger-Museum wegen Umbau gerade geschlossen, und auch der Domschatz konnte nur in kleinsten Ausschnitten besichtigt werden (wofür ich 6 Euro Eintritt eher frech fand, aber es dient ja auch der teuren restauratorischen Arbeit, also sei’s drum).

Was man sich nicht entgehen lassen sollte: den Dom (zumindest das Außenareal) und das Käsekuchen-Haus. Nur welches? Offenbar gibt es da einen Kleinkrieg. Ich war jedenfalls im (medial wohl präsenteren) Vincent.

Halberstadt und John Cage

15 Minuten in Richtung Magdeburg zurück liegt dann Halberstadt. Hier gibt es nicht nur multipel insolvente Würstchen, die nun vom bayerischen Käfer-Feinkostkonglomerat gerettet werden. Nein, hier befindet sich auch der eigentliche Grund, mir diese Region als Kurztripziel auszusuchen: das John-Cage-Musikprojekt ORGAN²/ASLSP.

Cage hatte in den 80ern ein Stück mit der Tempoanweisung „as slow as possible“ für Klavier geschrieben, es später für Orgel arrangiert und ist dann 1992 gestorben. Knapp 10 Jahre später kamen einige Musikwissenschaftler und Cage-Enthusiasten auf die Idee, das Stück als Jahrhunderte überspannendes Konzert aufzuführen.

„ORGAN²/ASLSP“

Schon bei Städten wie Gera fiel mir immer wieder auf, dass ostdeutsche Städte oft sehr weitläufig und mit vielen freien Flächen durchsetzt sind. So auch hier. Aber in Halberstadt gibt es sogar eine Tram, die mich in die Nähe des Klosters St. Burchardi brachte, wo seit 2002 und noch bis ins Jahr 2640 die Orgel spielt. Ich verlief mich erst zwischen Kirchhof und Schuppen, wurde dann aber von einer freundlichen Ehrenamtlichen zum Dauerbrummton geführt. Eine sehr schlichte Kirche, die neben der Orgel und gegenüberliegend im Kirchenkreuz dem Windwerk vor allem 639 Plaketten an den Wänden zeigt – eine gestiftete Tafel pro Jahr der Aufführung. Irgendwo las ich, dass eine Plakette einst 1250 Euro kostete, also kommt hier schon ein Sümmchen zusammen …

Mit besagter Vereinshelferin unterhielt ich mich dann noch eine Weile – etwa darüber, dass ich noch eine Chance haben könnte, den Beginn des zweiten Teils im Jahr 2072 zu erleben, da wäre ich 85. Taktvollerweise sparten wir die Erkenntnis aus, dass ihre Lebenserwartung das wohl nicht mehr hergeben dürfte …

Letzte Dinge

So ein Experiment wirft natürlich viele Fragen auf, die fast alle an etwas Numinoses, Eschatologisches, Spirituelles, mindestens Spekulatives rühren. Wie wahrscheinlich ist es, dass diese Orgel in über 600 Jahren noch etwas spielt? Wer wird sich das anhören? Ist das Kunst? Hat die Kunst damit etwas Religiöses ersetzt? Wenn wir Gott denken, gefällt ihr das Stück dann (oder ist es ihr zu schnell)? Und ist irgendwas davon wichtig?

Wer stiftet hier Plaketten und spendet – und aus welchem Grund: der Kunst wegen? Für Status und Sozialprestige, wie bei den Domschätzen (s.u.)? Weil man den Gag gut findet? Fragen über Fragen.

Links zum Projekt und zu John Cage

  • Das Projekt hat eine Website, wo der aktuelle und die vergangenen Klänge nachgehört werden können.
  • Eine Einspielung der Klavierfassung findet sich hier
  • Ein Video, das Cages Kompositionsprozess exemplifiziert (anhand einer Passage aus „Finnegan’s Wake“)
  • Eine sehr gute Doku über Cage in den 80er Jahren – hier wird Cage nicht nur als Künstler, sondern auch als „anarchistischer Zen-Mystiker“ und sehr sympathischer, glücklicher Mensch vorgestellt; aber auch als unerschütterlicher Techno-Optimist, der durch seinen Tod 1992 von den nachfolgenden technologischen Entwicklungen nichts mehr mitbekam. Was er wohl zu AI generated music gesagt hätte, die Plattformen wie Spotify fluten?
  • Aufsatz über den Gegensatz von „Intention“ und „Nicht-Intention“ bei Cage
  • Interview mit seinem Lebens- und künstlerischen Partner Merce Cunningham

Viel mehr habe ich in Halberstadt auch nicht gemacht. Leider schließt so gut wie alles im Winterhalbjahr um 16 Uhr, sodass ich nach Quedlinburg und über einer Stunde Orgelprojekt keine Zeit mehr für den Domschatz hatte.

Magdeburg

Auch in Magdeburg sind überall wuchtige Kirchen und offene Plätze zu finden. So richtig hübsch fand ich die Stadt nicht, wobei das auch daran gelegen haben mag, dass hinter jeder Ecke noch kitschige Weihnachtsdeko das Stadtbild bereicherte. Außerdem lag mein Besuchswochenende nicht gerade in der Saison – entsprechend leer war es allüberall.

„Sehenswertes“

Hundertwasser ist nicht so mein Fall; trotzdem ist die „Grüne Zitadelle“ schon beeindruckend und einen kurzen Besuch wert. Anscheinend kann man da auch Führungen buchen, aber irgendwie glaube ich nicht, dass kostenpflichtige WCs im Sinne des Künstlers gewesen wären:

Das kultur- und naturhistorische Museum ist eher etwas für Kinder. Alles ist relativ neu, aber irgendwie nicht „modern“ und nicht sonderlich didaktisch aufbereitet. Es ist nicht sehr groß, aber ich habe mich ein paar Mal verlaufen, aka den Anschluss an den linearen Fluss der Chronologie verloren. Die Zerstörung der Stadt 1631 wird nur auf ein paar Tafeln thematisiert, und bei vielem (Mystikerin Mechthild?) hätte ich mir mehr Infos statt nur einer Erwähnung gewünscht. Highlight (im naturhistorischen Teil des Museums):

Kunstmuseum „Unser lieben Frauen“

Überraschend spannend war das lokale Kunstmuseum. Keine ganz großen Namen, aber Einzelnes von Nan Goldin, Brian Eno, Hito Steyerl, zwei Arbeiten von David Lynch. Man braucht ca. 1,5-2h mit allem. Was mich verblüffte: Es gab im gesamten Museum nichts Unzüchtiges, Erotisches oder gar Sexuelles. Sogar die wenigen skulpturalen Akte waren eher andeutend – offenbar hat der Protestantismus hier weidlich durchgeschlagen.

Entdeckung: Horst Bartnig, konkrete Kunst aus Ost-Berlin!

Highlight hier: Ein 9 Meter hohes rosa-weißes Aufblas-Nashorn im alten Kirchenbau. Love it. Dafür sind Kirchen da!

Abschluss in Halle

Am Abreisetag (danke, freier Montag!) fuhr ich dann schon morgens nach Halle, um dem Museum Moritzburg noch einen Besuch abzustatten. Eigentlich war ich ja sattgesehen … aber das ist wirklich ein imposantes Museum. Hier gab es dann noch Namen: Feininger, Klee, El Lisitzky, Franz Marc, Emil Nolde, Otto Dix und auch was von Gustav Klimt. (Letzterer ist auch nicht so mein Fall.) Und im historischeren Teil Feuerbach, Lenbach usw. Entdeckung: Der Grafiker und Maler Wilhelm Heise.

Übrigens scheint mir Sachsen-Anhalt ein misstrauisches Örtchen: Zwei Mal wurde ich von Museumsmitarbeiterinnen etwas panisch gefragt, wo denn mein Aufkleber sei (ein gelber Tupfen, der die Eintrittskarte ergänzend auf der Kleidung zu tragen ist). Eine Körperdrehung gab meinerseits gab die Sicht auf das Schildchen dann frei und alles war gut. Aber auch in den Öffis wird man hier misstrauisch kontrolliert – Von Busfahreren, aber auch Bahnschaffnerinnen, die auch tatsächlich den Ausweis zum Deutschlandticket sehen wollen. Das kenne ich aus der Region Nürnberg nicht – ich wurde dort in 6 Jahren genau ein Mal kontrolliert, obwohl ich fast jeden Tag mit etwas fahre.

PS: Domschätze „an sich“

Vermutlich könnte man sagen: Domschätze sind Tourismusmagnete, und basta. Da wird edles Geschmeide ausgestellt und nebenan Kaffee und Kuchen verkauft, wie im Cafe Domschatz in Magdeburg. Dann schlappen Eltern mit ihren Kindern durch und erzählen, in der hübschen Truhe habe die Königin ihren Schmuck aufbewahrt.

In Wirklichkeit waren das natürlich Reliquiare, also Gebinde, in denen Hände von Aposteln, Wimpern Jesu oder die Vorhaut von Heiligen aufbewahrt wurden. Aber was bedeutet das? Zum ersten Mal auf Domschätze stieß ich vor vielen Jahren in Beiträgen in Burks‘ Blog  – und mich interessierten die marxistischen Überlegungen zu Produktionsweisen mehr als der religiöse Tand.

Verdinglichte Macht, magische „Sozialtheorie“

Aber nachdem es mich nun wegen John Cage schon mal hierhin verschlug, dachte ich mir, ich lese das mal nach. Und lustigerweise handeln ja sogar ganze 5 Blogposts vom Quedlinburger Domschatz! Was lesen wir da?

Wir haben hier eine orale Gesellschaft vor uns mit der Sippe „als mentaler Realität“. „Orale Gesellschaften theoretisieren nicht, sie inszenieren. Das Ritual ersetzt, ja ist geradezu ihre soziale Theorie.“ Objekte sind dingliche bzw. verdinglichte Zeichen der sozialen Hierarchien und der Rituale.

In Reliquien und damit in Domschätzen liegt also eine jeweilige, rituelle „Sozialtheorie“. Die ist aus ihrer inneren Logik schwer zu kritisieren; man muss die Reliquien entweihen, wenn man sich gegen die feudale Ordnung auflehnen will. Die Schätze bieten Herrschaftslegitimation und magische Wirkung in einem (Burks formuliert das so: „Dass der Krug von der biblischen Hochzeit zu Kana stammen soll, macht ihn im feudalen Sinn wieder zu einer Reliquie mit magischer Macht“). Wer die Reliquie hat, hat die Macht; es ist wie der Stab des Zauberers oder der Blick der Hexe, vor dem alle Respekt oder Angst haben und deshalb folgen, ohne, dass es einer demonstration der Wirksamkeit bedarf.

Domschätze als Nuklei neuer Wirtschafts- und Machtzentren?

Diese Legitimation ist keine historische, wie man sie heute vielleicht anwenden würde („wir haben schon immer hier gesiedelt, diese Höhlenmalerei beweist es, daher gehört das Land uns“). Für die historische Legitimation ist Präsentationsform und „narrative Stimmigkeit“ egal – das auf der Höhlenmalerei Dargestellte muss nicht „stimmen“, es muss nur gemäß der Kohlenstoffdatierung authentisch sein, nicht „wahr“. Eine Reliquie dagegen musste „geglaubt“ werden.

Wie ich mir das nun weiter denke: Durch diese Funktion von Herrschaftsstütze und magischem Objekt konnte ein aus Reliquien gebauter Domschatz dann auch zum Nukleus von Wirtschafts- und Machzentren werden: Ein neues Kloster, ein neuer Dom als „Wirtschaftsunternehmen“ wurde durch Schenkung gestiftet und bestätigte dann damit vermutlich gleichzeitig die Macht der Stiftenden wie auch der Stiftung. Dadurch kam dann eine klösterliche Ökonomie in Gang: Pilger kamen zu den Reliquien und ließen Geld da, Bauern und Ackerbauen zahlten ihren Zehnt usw.

Die Stiftung eines geistlichen Bundes mittels Reliquien ist also ein bisschen wie die Förderung eines Startups bei „Die Höhle der Löwen“ – Finanz- und Prestige-Spritze in einem.

PPS: Das alles habe ich jetzt nur geschrieben, um mal etwas ausführlicher zu erklären, wieso ich mich für Religion und Magie interessiere: Das Zeug ist überall, for better or worse, und wenn man die Welt und ihre materielle Funktionsweise verstehen will, kommt man nicht drumrum. Auch nicht, wenn man so ein ungetaufter Atheist ist wie ich.

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Lovecraft-Links #01 https://dennisschmolk.de/2026/01/24/lovecraft-links-01/ https://dennisschmolk.de/2026/01/24/lovecraft-links-01/#respond Sat, 24 Jan 2026 06:41:08 +0000 https://dennisschmolk.de/?p=7425 Since I’m gonna go to Providence, I thought I might as well collect some misc links to Lovecraftian stuff from the interwebs. Kind of like tentaclii (here’s their most recent link collection). I won’t promise any regularity or schedule Events Necronomicon tickets are now available at Eventbrite. I opted for the 350$ Silver tickets; but I think there’s a strong case for the 185$ level. The event takes place Aug ... Mehr

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Since I’m gonna go to Providence, I thought I might as well collect some misc links to Lovecraftian stuff from the interwebs. Kind of like tentaclii (here’s their most recent link collection). I won’t promise any regularity or schedule

Events

  • Necronomicon tickets are now available at Eventbrite. I opted for the 350$ Silver tickets; but I think there’s a strong case for the 185$ level. The event takes place Aug 13th-16th.
  • Dates for the German „Deutsche Lovecraft Gesellschaft“ convention „AnRUFung“ ticket sale have been published: members of the club will be able to register on March 22nd, members of a more general public will have to wait for another week. I’ve never been to AnRUFung (#ruf26) since it always seemed too much of a hassle. This year I have a more convincing excuse: I’ll be in Providence, since Anrufung and Necronomicon share the exact same date.
  • There’s gonna be a a large Steam sale in April (9th-16th), just as there war in the past couple years: „Fulqrum Publishing Announces Lovecraftian Days 2026“. Alas, their Discord is not that active — yet.

Misc

 

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How to go to Providence https://dennisschmolk.de/2026/01/20/how-to-go-to-providence/ https://dennisschmolk.de/2026/01/20/how-to-go-to-providence/#comments Tue, 20 Jan 2026 07:22:57 +0000 https://dennisschmolk.de/?p=7304 [Service announcement: This article is in English and will be updated from time to time. Think of it as a list. If you happen to have suggestions what to visit in New York City or New England, please share them in the comments or via mail!] After our Moroccan Adventures (which were far less literary than might be assumed from the third part of my travelogue, though still quite intellectual ... Mehr

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[Service announcement: This article is in English and will be updated from time to time. Think of it as a list. If you happen to have suggestions what to visit in New York City or New England, please share them in the comments or via mail!]

After our Moroccan Adventures (which were far less literary than might be assumed from the third part of my travelogue, though still quite intellectual due to the company I was traveling in), of course the question arose: What’s next?

Ever since I met the worlds of H.P. Lovecraft – which might have been around 2005, at least that’s the publication date of my oldest collectibles I didn’t buy pre-loved – I have been fascinated by his mythos, including his geo-mythology. From 2012 to about 2018 I published the blog „Cyclopean Citadels“ about all things cthuloid and Lovecraftian, I’m a member of Deutsche Lovecraft Gesellschaft and the Historical Society, and I spent several months of „real“ time in the „Call of Cthulhu“ RPG setting. I even translated a (now lost) Lovecraftian game app to German, „The Wasted Land“.

I’ll be Providence!

So to say I’d always wanted to visit the hometown of the man who proclaimed „I AM PROVIDENCE“ might be a bit of an understatement. But honestly, I never thought that to be more than a dream (or something for my 70+ retirement phase). Too expensive, too far away, too … daring. Prior to Morocco, I hadn’t boarded a plane in a decade. (I am quite angst driven, not only in imaginary worlds. I don’t fear flying, but the hassle all around – from getting ripped off when booking flights to failing a security check and being sent home.)

But why now? Well, first of all, due to the current political climate (hr-hrm) it’s not that expensive right now. Second, I want to go when there’s a NecronomiCon coming up – which would be the case in 2026 and 2028. Since 2028 is already kind of busy (!), I gladly settled for next year (August 13-16, 2026).

Feeling adventurous (with a little help)

Thankfully, my (life and travel) companion has been to the East Coast (namely NYC) before and isn’t afraid of airport stuff at all. Since she likes

  • traveling,
  • seafood (not from an Innsmouth tavern, plz),
  • US culture („it’s weirdly different, but at the same time super approachable“) and
  • „Gilmore Girls“ (set in Connecticut),

she wasn’t that hard to convince.

There’s a little catch: Due to feline reasons, my companion might have to go back to Germany early. So I’d have to spend several days alone in the US, attend a conference, then find my way to the correct NY or Boston airport, board a plane and not lose my mind in the process. Sounds creepy. We’ll see.

Trip planning

Naturally, this trip has to be planned out, but not to the point where there’s no room for spontaneous combustion side adventures. This is a delicate line. So … what is there to see, do, eat, enjoy in New England? And what will it take to get there?

Rough schedule

We’ll be in the US for about 15-20 days. This time will be split among …

  • 4-5 nights in NYC
  • 2 nights in Phliadelphia, maybe
  • 5-8 nights on a New England tour (2-3 locations like Boston, Salem, New Haven)
  • 4-5 nights in Providence, including NecronomiCon

Cost

As avid readers of this blog know, I always try to be transparent and realistic about the financial side of things (e.g., I tried to be as precise as possible when planning and reviewing my 2022-24 sabbatical). So here come the first calculations for this very expensive little trip.

In short: I’ll budget away about 7,5k Euros for the journey. This includes about 1200 Euros for the flights, 1500 Euros for accommodation (more for NYC, less for Providence), 100 Euros a day for food (1700), 50 Euros a day for „touristy stuff“ like museums (850), 400 Euros in travel cost, a NecronomiCon Ticket (300), travel cost and some miscellanea. Plus a lot of shopping budget and a fine dining experience. Plus some buffer money. 7-8k sounds like a lot, but I’d prefer thinking I got away cheap in the end — rather than eating only rice and bread for 2 months.

N.B.: Direct flights are more expensive than ones with a stop in e.g. Frankfurt. Sounds strange, but that’s how it is.
N.B.: Booking flights is a scammy nightmare.

Formalities

We’ll need a visa. I’ll update this section as soon as I know more.

Equipment

What am I going to bring, next to my passport, my visa and my HPLHS membership card?

  • Some books, or maybe my kindle with digital copies of relevant Lovecraftiana: stories, S.T. Joshi’s biography, ecyclopedias etc. The problem is: I don’t own too many ebooks in this specific area of interest. We’ll see.
  • I got a GoPro for Christmas, so I’ll definitely bring it.
  • Something to put onto HPL’s tomb. Most likely some Euros and a little statuette.
  • [tbc]

Contacts

When researching to „Lovecraftian Music“, I contacted several scholars, journalists and musicians. And also there’s the Deutsche Lovecraft Gesellschaft. So I might reach out to some people. If you want to meet me in NYC or NE: Please drop me a line!

What to see and do?

Of course, there will be a sh** ton to see in the US. So I’ll dedicate two separate articles to a) NYC and b) Lovecraftiana in New England. The only overlap might occur if we should also hunt down Brooklyn spots related to HPL, but that is a problem for future Dennis.

Stay tuned!

Der Beitrag How to go to Providence erschien zuerst auf Dennis Schmolk.

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tarot-guide.de: Einige Metriken zum Jahreswechsel 2025/26 (Mediadaten) https://dennisschmolk.de/2026/01/06/tarot-guide-de-2025-mediadaten/ https://dennisschmolk.de/2026/01/06/tarot-guide-de-2025-mediadaten/#respond Tue, 06 Jan 2026 14:23:02 +0000 https://dennisschmolk.de/?p=7383 Allen Mitlesenden ein frohes, gesundes und glückliches 2026! Hier fasse ich in Stichpunkten kurz zusammen, was mit bei der Analyse des Website-Traffics von tarot-guide.de auffiel. Das betreibe ich ja seit Mitte 2024, eigentlich, um meine stetig wachsende Tarot-Sammlung zu dokumentieren. Sorry für die vielen folgenden Zahlen, ich bin Soziologe. Generelle Statistiken Mit Abstand am beliebtesten sind die Artikel zur Kartendeutung. Auf diese Seiten entfielen über 20.000 Zugriffe, die allermeisten von Suchmaschinen ... Mehr

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Allen Mitlesenden ein frohes, gesundes und glückliches 2026! Hier fasse ich in Stichpunkten kurz zusammen, was mit bei der Analyse des Website-Traffics von tarot-guide.de auffiel. Das betreibe ich ja seit Mitte 2024, eigentlich, um meine stetig wachsende Tarot-Sammlung zu dokumentieren.

Sorry für die vielen folgenden Zahlen, ich bin Soziologe.

Generelle Statistiken

Mit Abstand am beliebtesten sind die Artikel zur Kartendeutung. Auf diese Seiten entfielen über 20.000 Zugriffe, die allermeisten von Suchmaschinen (73%). AI Assistants (siehe…) machten nur etwa 1% aus. Und: Die meisten Zugriffe kamen zum Jahresende, vermutlich bedingt durch Silvester und den Jahreswechsel.

Durchschnittlich blieben Besuchende etwas über 2 Minuten auf der Seite – ungefähr die Zeit, die man für die Lektüre einer Kartendeutung und den Abgleich mit einer selbst gezogenen Karte braucht. Die „Nutzungsart“ der Website ist also relativ klar: Menschen suchen Informationen zu spezifischen Karten für konkrete Deutungen.

Nicht ganz dazu passt, dass ich mich über eine Absprungrate von 77% freuen kann – das heißt, fast ein Viertel aller Besuchenden besuchte nach der Kartenseite eine weitere (allerdings statistisch gesehen auch eine Deutungsseite und nicht etwa einen Blogpost o.ä.).

Von den etwa 12.000 Besuchenden kamen 9.000 mit dem Smartphone und 3.000 mit dem Desktop-Rechner vorbei. Das macht also eine Mobilquote von sehr exakt 75%. Klar, ich gucke mir eine Kartendeutung auch meist auf dem Handy am Wohnzimmertisch an. Das gibt aber durchaus ein paar Eindrücke, wie die Seite optimal gestaltet sein sollte. (Fun fact: Die globale Mobilquote liegt angeblich bei 55%, sagt Kinsta.)

Inhaltliche Aussagen: Große vs. Kleine Arkana

Die Struktur von tarot-guide.de ermöglicht es, relativ schnell Aussagen über die Beliebtheit von Karten zu errechnen.

Von den genannten 20.000 Seitenaufrufen entfielen 2.000 auf die Startseite der Kategorie, also die Übersicht aller Karten. 14.500 Aufrufe gingen auf die Kleinen und 3.500 auf die Großen Arkana. Das entspricht 80 bzw. 20 Prozent. Rechnerisch zu erwarten wären 72 zu 28 Prozent. Die Kleinen Arkana sind also etwas „beliebter“, was auch daran liegen kann, dass viele mehr Deutung erfordern oder weniger leicht intuitiv erschlossen werden können.

Alternativ kann es natürlich sein, dass ich auf Google und Co. für die Kleinen Arkana deutlich besser ranke als für die Großen. Hieran könnte es auch liegen, dass bei den einzelnen Sätzen (Münzen, Schwerter, Kelche, Stäbe) deutliche Schwankungen vorliegen: Während nur 21% der angesehenen Deutungsseiten den Schwertern zugehören, haben die Münzen 30%. Möglicherweise ist die „Content-Konkurrenz“ bei den Münzen einfach kleiner. (Meine Hypothese, dass Menschen Karten legen und sie danach im Internet suchen, erzwingt eigentlich, dass die Kleinen Arkana alle gleich häufig gesucht werden – denn entweder, man legt nur die Großen, oder man ist dem gnadenlosen Zufall ausgeliefert.)

Dazu passt auch, dass die Neun der Kelche — die sogenannte „wish card“ — relativ sehr wenige Zugriffe hat. Ich vermute, hier ist wegen des Rufs der Karte und ihrer „Bedeutung“ die Konkurrenz sehr hoch.

Was folgt?

Was folgt daraus nun? Ich werde nach einem Jahr „Pause“ mal wieder ein bisschen Zeit in die Seite stecken und zumindest die Großen Arkana mit mehr Links, Bildern und ggf. auch adaptierten Texten ausstatten.

Ansonsten bin ich gerade zwiegespalten, ob ich versuche, die etwas im Sande verlaufene Interviewreihe mit Artists und Designern fortzusetzen. Die relativ schönen Zugriffszahlen motivieren mich aber, auch das nochmal ein bisschen auszubauen.

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Die #Vorstudienphase: Meetest du noch oder arbeitest du schon? https://dennisschmolk.de/2025/11/22/die-vorstudienphase-meetest-du-noch-oder-arbeitest-du-schon/ https://dennisschmolk.de/2025/11/22/die-vorstudienphase-meetest-du-noch-oder-arbeitest-du-schon/#comments Sat, 22 Nov 2025 08:26:07 +0000 https://dennisschmolk.de/?p=7355 Wieder was von LinkedIn: Auf dem Kongress „Informationssicherheit im Versicherungsunternehmen“ GDV Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. stieß ich auf einen schönen, gewissensberuhigenden Begriff: die „Vorstudienphase“. Genau da fühle ich mich gerade. Ich sammle Informationen in den verschiedensten Unternehmensbereichen, reiche sie weiter, verschaffe mir seit Monaten einen Überblick, wer was weiß und was wir brauchen (werden) – und versuche, damit schon hier und da einen positiven Impact zu haben. Aber das ... Mehr

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Wieder was von LinkedIn:

Auf dem Kongress „Informationssicherheit im Versicherungsunternehmen“ GDV Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. stieß ich auf einen schönen, gewissensberuhigenden Begriff: die „Vorstudienphase“.

Genau da fühle ich mich gerade. Ich sammle Informationen in den verschiedensten Unternehmensbereichen, reiche sie weiter, verschaffe mir seit Monaten einen Überblick, wer was weiß und was wir brauchen (werden) – und versuche, damit schon hier und da einen positiven Impact zu haben.
Aber das fühlt sich irgendwie nicht nach Arbeit an – man redet ja nur. Und die einzigen Ergebnisse, die man vorzuweisen hat, sind ein voller Kalender und viele bunte Kärtchen in diversen Kanban-Boards.

Ein „gutes“ HashtagMeeting ist eines, bei dem alle Leute rausgehen und danach wissen, was sie zu tun haben (und bis wann). Ich als HashtagISB gehe aber meistens aus Meetings mit der Aufgabe raus, ein weiteres Meeting zu machen, um mit denselben oder anderen Menschen dieselben oder andere Tasks zu besprechen. Die anderen widmen sich nun EchterProduktiverArbeit™; ich meete. Ein circle of meetings. Deswegen versuche ich, mittels Meetings Prozesse und Strukturen zu etablieren, um weitere Meetings überflüssig zu machen, damit ich mal weniger Meetings hab …

Und dabei „verlerne“ ich ein bisschen, still und fokussiert vor mich hinzuwerkeln. Denn selbst wenn ich dann mit einer konkreten Aufgabe – sagen wir: der Produktion eines Dokuments oder eines anderen Texts – aus der Besprechung komme, fällt es mir nach 5 Stunden Meetings ziemlich schwer, mich darauf zu konzentrieren.

Auf der positiven Seite: Viele meiner Meeting-Mitmenschen freuen sich nicht nur über Ergebnisse und „Struktur“ in ihren Aufgaben, sondern tatsächlich auch über Meetings. Denn viele kommen die ganze Woche nicht aus ihrer konzentrierten (Code-) Arbeit raus – und freuen sich über diese Abwechslung. So langsam komme ich dahin, zu akzeptieren, dass meine Arbeit als „Information-Broker“ (danke, Roland Schreckenberg für den Begriff!) nunmal so aussieht.

Trotzdem: Wäre das alles keine „Vorstudienphase“, ginge es meinem Gewissen deutlich schlechter. Als Soziologe weiß man ja, dass unsere Kommunikationen über die Welt zur Konstruktion dieser Welt beitragen.
Welche Label, Begriffe, Formulierungen helfen euch, mit den äußeren Realitäten besser umzugehen?

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Kulinarische Berlin-Empfehlungen meines Ex-Mieters https://dennisschmolk.de/2025/11/17/kulinarische-berlin-empfehlungen-meines-ex-mieters/ https://dennisschmolk.de/2025/11/17/kulinarische-berlin-empfehlungen-meines-ex-mieters/#respond Mon, 17 Nov 2025 08:20:51 +0000 https://dennisschmolk.de/?p=7244 Leider hat es meinen ehemaligen Mieter ja inzwischen in die Bundeshauptstadt verschlagen. Das hat aber auch Vorteile. Zum Beispiel, wenn man einen baldigen Berlin-Trip plant (den zweiten dieses Jahr, der erste war ja informationssicherheitsveranlasst). Im Folgenden das Ergebnis, das man bekommt, wenn man mit ihm chattet und sich danach von Perplexity die Ergebnisse zusammenfassen lässt. Für den Inhalt hafte weder ich noch der Mieter™ noch Perplexity, müssenverstehn. Das Beitragsbild ist ... Mehr

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Leider hat es meinen ehemaligen Mieter ja inzwischen in die Bundeshauptstadt verschlagen. Das hat aber auch Vorteile. Zum Beispiel, wenn man einen baldigen Berlin-Trip plant (den zweiten dieses Jahr, der erste war ja informationssicherheitsveranlasst). Im Folgenden das Ergebnis, das man bekommt, wenn man mit ihm chattet und sich danach von Perplexity die Ergebnisse zusammenfassen lässt. Für den Inhalt hafte weder ich noch der Mieter™ noch Perplexity, müssenverstehn. Das Beitragsbild ist freilich auch KI-generiert. Man beachte den Zusammenschnitt von Brandenburger Tor und Fernsehturm am Alex. Dit is Balin, wa.

Leider ging das LLM nicht auf die Idee ein, eine „Konfliktzonentour“ mit ukrainischer, russischer, israelischer, taiwanesischer und sudanesischer Küche zu machen. Das war ihr wohl zu vermintes Gelände (pun intended).

Charlottenburg & Umgebung (Kantstraße, Ku’damm)

Café Frieda (Helmholtzplatz)
Zeitgenössisches Bistrot im nordischen Stil mit Fokus auf saisonaler Küche, Naturweinen und Vinylmusik. Ideal für Dinner oder Samstagslunch, elegant, aber nicht steif.
→ Für Foodies, die Wert auf Handwerk, Nachhaltigkeit und gutes Design legen.

Lon Men’s Noodle House (Kantstraße, Charlottenburg)
Berliner Klassiker für authentische taiwanesische Küche – klein, laut, kein Schnickschnack. Keine Reservierungen, Kartenzahlung ab 20 €.
→ Tipp: Unbedingt die Nudelsuppe oder Dumplings probieren. Perfektes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Grand Café Saint Germain (Fasanenstraße)
Traditionelles französisches Restaurant – stilvoll, klassisch und nicht billig. Politikertreff und Ort für alle, die sich ein Stück Paris nach Berlin holen wollen.
→ Für Abende mit „Belle Époque“-Flair, wenn das Budget großzügig ist.

Curry 36 (Bahnhof Zoo)
Die bekannteste Berliner Currywurstbude. Kultursnack, kein Geheimtipp, aber immer gut.
→ Kultfaktor 10/10 – für Touristen und Einheimische gleichermaßen.

CAMERA WORK Galerie (Kantstraße)
Zwischen den Essensstopps lohnender Kunstabstecher – eine der führenden Galerien für Fotokunst weltweit, oft mit frei zugänglichen Ausstellungen.
→ Für einen ästhetischen Digestif nach der Kantstraße-Strecke.

Suarezstraße (Antikmeile)
Kein kulinarischer Spot, aber perfekte Ergänzung zum Spaziergang – viele Antiquitätenhändler, Vintage-Möbel und Kuriosa.
→ Ideal für alle, die nach dem Essen lieber in Geschichte als in Desserts stöbern.

Neukölln & Friedrichshain

Chaikhana (Neukölln)
Herzhaft-authentische usbekische Küche mit Plov und Samsa. Bodenständig, gemütlich und preiswert.
→ Für Entdecker, die gern neue Geschmacksrichtungen zwischen Zentralasien und Nahost erkunden.

Drei Elefanten (Neukölln)
Russisch-ukrainische Fusionsküche mit modernem Twist. Borschtsch, Pelmeni, aber auch trendiges Frühstück mit Shakshuka.
→ Besonders charmant für Brunchfans und alle, die osteuropäische Hausmannskost lieben.

Khartoum (Friedrichshain)
Sudanesisches Restaurant mit kreativer, würziger Küche – bisher ungetestet, aber vielversprechend.
→ Tipp für kulinarische Entdecker mit offenem Gaumen.

Alte Turnhalle Berlin (Friedrichshain)
Großzügiger Brunchort mit Event-Charakter – Buffetatmosphäre, doch elegant umgesetzt.
→ Wer Lust auf viel Auswahl, aber stilvolles Umfeld hat, ist hier richtig.

Weihnachten an der Spree (Friedrichshain)
All-Inclusive-Weihnachtsmarkt-Erlebnis mit Speisen und Getränken zum Festpreis.
→ Spaßig und üppig; ob es sich lohnt, hängt von Appetit und Glühweinkapazität ab. (Non-KI-Anmerkung: Lohnt sich vermutlich nur, wenn man Alkohol trinkt.)

Weitere Empfehlungen im Kurzüberblick

  • Anjoy Pastry – Höchstes Konditorniveau, optisch und geschmacklich spektakulär. Ein Muss für Süßmäuler.

  • Kitten Deli (Prenzlauer Berg) – Israelische Küche (z. B. Shakshuka, Bagels), hell und stilvoll; beliebt für Brunch.

  • Berliner Unterwelten e. V. – Kein kulinarischer Ort, aber thematisch spannender Ergänzungspunkt für Touristen.

  • Neuköllner Spaziergang – Karl-Marx-Straße, Sonnenallee und Hermannstraße mit Baklava, Falafel und Streetlife – kulturell und kulinarisch gleichermaßen intensiv.


Persönliche Noten aus dem Chat

  • Kulinarischen Berlin-Besuchern wird Charlottenburg (rund um Kantstraße und Savignyplatz) ans Herz gelegt – urbane Atmosphäre mit Charakter.

  • Neukölln steht für Entdeckerlust und Kontraste zwischen arabischer, sowjetischer und hipper Küche.

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Kaffee-Kombucha mit Holzchips „veredeln“ https://dennisschmolk.de/2025/11/16/kaffee-kombucha-mit-holzchips-veredeln/ https://dennisschmolk.de/2025/11/16/kaffee-kombucha-mit-holzchips-veredeln/#comments Sun, 16 Nov 2025 12:54:06 +0000 https://dennisschmolk.de/?p=7308 Das Rezept für einfachen Kaffee-Kombucha habe ich im ersten Artikel dieser Reihe beschrieben: Man nehme starken Kaffee (100g Pulver je Liter, oder ausgekochten Kaffeesatz, oder Mokka, oder Coldbrew, oder …) und versetze ihn mit 120g Zucker je Liter. Dann kommt ein Scoby mit etwas Ansatzflüssigkeit rein (idealerweise vom vorherigen Kaffee-Kombu). Nach 10-25 Tagen ist ein herb-saurer Kombucha fertig, der sich z. B. ideal mit Tonic Water zu einem „Fifty Shades ... Mehr

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Das Rezept für einfachen Kaffee-Kombucha habe ich im ersten Artikel dieser Reihe beschrieben: Man nehme starken Kaffee (100g Pulver je Liter, oder ausgekochten Kaffeesatz, oder Mokka, oder Coldbrew, oder …) und versetze ihn mit 120g Zucker je Liter. Dann kommt ein Scoby mit etwas Ansatzflüssigkeit rein (idealerweise vom vorherigen Kaffee-Kombu). Nach 10-25 Tagen ist ein herb-saurer Kombucha fertig, der sich z. B. ideal mit Tonic Water zu einem „Fifty Shades of Bitter(ness)“ mixen lässt.

Aber wenn man den seit einem Jahr jede Woche trinkt, wird es vielleicht etwas eintönig. Man kann dann mit verschiedenem Kaffee experimentieren oder ihn lange im Kühlschrank nachreifen lassen (die Riserva ist nach meiner Erfahrung säuerlicher, aber auch runder). Oder man „lagert ihn im Holzfass“, was bei den geringen Mengen, die ich herstelle (2-3l je Monat) kaum möglich ist. Die Alternative: Man besorgt sich lebensmittelechte Eichenholzchips und lässt das eine Weile stehen.

Das Experiment

Ausgangsstoff sind knapp 3 Liter eher milder Kaffee-Kombucha. Den habe ich in 3 Gefäße gefüllt und mit jeweils 0,5-0,7g Eichenholzspänen versetzt. Ob die Feinwaage hier ganz präzise gearbeitet hat, kann ich nicht sagen. Die jeweils 50g Holz-Späne reichen jedenfalls bei diesen Mengen für hunderte Vorgänge.

Das Ganze lässt man nun einige Zeit stehen. Auf den Packungen steht: „4 bis maximal 14 Tage.“ In der Wohnung ist es schon herbstlich kühl, daher habe ich mich dafür entschieden, das bei Zimmertemperatur (18-19 Grad) zu machen. Man könnte sicherlich auch eine längere Extraktion im Kühlschrank überlegen – wofür hat man sonst ein Fermentationszimmer? Die „Zieh-Dauer“ ist jedenfalls von entscheidender Bedeutung. Daher heißt es nun: regelmäßig probieren!

Die Proben

Nach 3 Tagen fällt mir auf, dass ich natürlich eine kleine „neutrale“ Vergleichsprobe hätte aufheben sollen – man lernt nie aus bei diesen Experimenten. Ein „Fass-Geschmack“ ist gaaaaaanz leicht zu erahnen, einen Unterschied zwischen den drei Proben merke ich aber (noch) nicht.

Nach 5 Tagen bilde ich mir ein leichtes „weiches“ Aroma ein, was aber auch daran liegen kann, dass ich so etwas wie Vanille-Noten erwarte. Eine uneingeweihte Testperson merkt nichts.

Nach 7 Tagen ist ein deutliches Holzaroma da – sehr angenehm, aber auch speziell; das Resultat dürfte sich nicht mehr für alle Mixes als herbe Ingedienz eignen. Außerdem entstand nun doch etwas arg viel Säure, sodass ich die Gläser für die weitere Reifung auf den Balkon verfrachtete (zwischen 4 und 12 Grad also).

Nach 10 Tagen entsteht ein neuer, süßlicher Ton, gleichzeitig nimmt aber auch die Säure weiter zu. Ich denke, eine Reifung in etwas früherem Stadium und direkt im Kühlschrank liefert mildere Ergebnisse.

Nach 12 Tagen ist das Experiment beendet und ein deutlich aromatisiertes Aperitif-Getränk entstanden. „Red Aroma“ scheint mir am passendsten für den Kaffee-Kombucha; hier ergibt sich eine feine, neue Struktur und balancierte neue Bitteraromen. Nett.

Coming up next

Als nächstes werde ich einen Essig mit Holzchips versetzen. Ich vergäre gerade einen alten Shrub-Ansatz anaerob mit Kefir – mal sehen, wie sich dieses Erzeugnis macht, wenn ich es mit Essigmutter, Aquarienpumpe und Holz 2 Wochen stehen lasse.

In Sachen Kaffee kommt nun der bereits oben erwähnte, bislang aber nie ausprobierte Cold Brew Kombucha – der Ansatz riecht vielversprechend.

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