Die #Vorstudienphase: Meetest du noch oder arbeitest du schon?

Wieder was von LinkedIn:

Auf dem Kongress „Informationssicherheit im Versicherungsunternehmen“ GDV Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. stieß ich auf einen schönen, gewissensberuhigenden Begriff: die „Vorstudienphase“.

Genau da fühle ich mich gerade. Ich sammle Informationen in den verschiedensten Unternehmensbereichen, reiche sie weiter, verschaffe mir seit Monaten einen Überblick, wer was weiß und was wir brauchen (werden) – und versuche, damit schon hier und da einen positiven Impact zu haben.
Aber das fühlt sich irgendwie nicht nach Arbeit an – man redet ja nur. Und die einzigen Ergebnisse, die man vorzuweisen hat, sind ein voller Kalender und viele bunte Kärtchen in diversen Kanban-Boards.

Ein „gutes“ HashtagMeeting ist eines, bei dem alle Leute rausgehen und danach wissen, was sie zu tun haben (und bis wann). Ich als HashtagISB gehe aber meistens aus Meetings mit der Aufgabe raus, ein weiteres Meeting zu machen, um mit denselben oder anderen Menschen dieselben oder andere Tasks zu besprechen. Die anderen widmen sich nun EchterProduktiverArbeit™; ich meete. Ein circle of meetings. Deswegen versuche ich, mittels Meetings Prozesse und Strukturen zu etablieren, um weitere Meetings überflüssig zu machen, damit ich mal weniger Meetings hab …

Und dabei „verlerne“ ich ein bisschen, still und fokussiert vor mich hinzuwerkeln. Denn selbst wenn ich dann mit einer konkreten Aufgabe – sagen wir: der Produktion eines Dokuments oder eines anderen Texts – aus der Besprechung komme, fällt es mir nach 5 Stunden Meetings ziemlich schwer, mich darauf zu konzentrieren.

Auf der positiven Seite: Viele meiner Meeting-Mitmenschen freuen sich nicht nur über Ergebnisse und „Struktur“ in ihren Aufgaben, sondern tatsächlich auch über Meetings. Denn viele kommen die ganze Woche nicht aus ihrer konzentrierten (Code-) Arbeit raus – und freuen sich über diese Abwechslung. So langsam komme ich dahin, zu akzeptieren, dass meine Arbeit als „Information-Broker“ (danke, Roland Schreckenberg für den Begriff!) nunmal so aussieht.

Trotzdem: Wäre das alles keine „Vorstudienphase“, ginge es meinem Gewissen deutlich schlechter. Als Soziologe weiß man ja, dass unsere Kommunikationen über die Welt zur Konstruktion dieser Welt beitragen.
Welche Label, Begriffe, Formulierungen helfen euch, mit den äußeren Realitäten besser umzugehen?

1 Kommentar zu „Die #Vorstudienphase: Meetest du noch oder arbeitest du schon?“

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