Gesetzliche Krankenkasse wechseln?

Update 05/2022: Hier eine aktuelle Tabelle, wie viel sich bei 3000 bzw. 4000 Monatsbrutto durch den Wechsel sparen lässt. Beispiel-Lesart: „Wer von der Barmer zur BKK Faber-Castell (nur in Bayern!) wechselt, zahlt bei 4000 Monatsbrutto monatlich 17 Euro weniger KK-Anteil – aufs Jahr gerechnet über 200 Euro Ersparnis.“ Die Zahlen im Artikel sind veraltet.


Wie viele gesetzlich Versicherte erhöht auch meine Kasse, die Barmer, der ich seit 33,5 Jahren treu bin, zum 1.1. den Zusatzbeitrag. Was das bedeutet?

  • Nehmen wir an, jemand verdient brutto 3000 Euro im Monat (ungefähr das deutsche Medianeinkommen),
  • dann beträgt der „allgemeine Beitragssatz“ 14,6%, also 438 Euro.
  • Davon trägt die Hälfte das arbeitgebende Unternehmen: Unsere Arbeitnehmerin muss also 219 Euro für den Basissatz abgeben.
  • Dazu kommt der Zusatzbeitrag. Der beträgt 2021 durchschnittlich 1,3% (auf dem Lohnzettel stünde dann 15,9%), schwankt aber zwischen 0,39% (Lohnzettel: 14,99%) und 1,6% (Lohnzettel: 16,2)
  • Praktisch bedeutet das für unsere Arbeitnehmerin:
    • Bei 14,99% (0,39%) bezahlt sie insgesamt 224,85 Euro im Monat (als Arbeitnehmeranteil)
    • Bei 15,90% (1,3%) bezahlt sie insgesamt 238,50 Euro im Monat
    • Bei 16,20% (1,6%) bezahlt sie insgesamt 243,00 Euro im Monat

Auf dem Konto macht das also einen Unterschied von knapp 20 Euro im Monat, oder 240 Euro im Jahr. Klingt erstmal nicht nach viel, aber beim Handy- oder Internet-Tarif würde ich niemals zur 20 Euro teureren Variante greifen.

Natürlich muss man neben dem Beitrag auch die Leistungen vergleichen. Da war ich bei meiner Kasse aber noch nie besonders begeistert, weil etwa eine Zuzahlung zur Zahnreinigung fehlt.

Ich bin aktuell noch unentschlossen, tendenziell aber wechselwillig. Und seit diesem Monat ist das sogar einfacher geworden:

Der Krankenkassen-Wechsel ist seit Januar 2021 leichter. Wer die Krankenkasse wechseln möchte, stellt einen Beitrittsantrag bei der neuen Krankenkasse. Die informiert die alte Krankenkasse. Eine Kündigung ist nicht mehr erforderlich. (Quelle: krankenkassen.de)

Für alle, die überlegen, ihre Kasse zu wechseln, zwei weitere ggf. interessante Quellen:

  • Finanztip testet demnächst wieder alle Kassen, ggf. lohnt es sich also, zu warten (v.a., wenn man nicht auf das Sonderkündigungsrecht wegen Beitragserhöhung angewiesen ist, um zu wecheln)
  • Es gibt ein Github, in dem sich Kassen finden, die explizit keine Homöopathika bezahlt

Schreibe einen Kommentar

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen