Grundideen der soziologischen Systemtheorie

Mit der Systemtheorie geht es mir wie mit konkreter Kunst: Alles ist schön geordnet, logisch, konstruiert, aber in den Details ahnt man, dass da Sprengkraft steckt. (Sabine L. aus N.) Da ich dazu immer wieder gefragt werde, dachte ich mir, ich schreibe es mal als Artikel auf. (Eigentlich habe ich nur verschiedene Versatzstücke aus Chatverläufen zusammenkopiert, mea culpa.) Was folgt ist ein kurzer, allgemeiner Abriss der Grundideen der soziologischen Systemtheorie … Mehr

Luhmann: Die Theorie und der Mensch

Biographie: eine Kette von Zufällen, die sich zu etwas organisieren, das dann allmählich weniger beweglich wird. (In: „Biographie, Attitüden, Zettelkasten“) Unnahbar, abstrakt, technokratisch: Niklas Luhmann (1927–1998) hat keinen besonders sympathischen Ruf weg. Das finde ich schade — denn in Luhmann begegnen wir einem feinsinnigen, oft humorvollen, zuweilen ironisch-bissigen Menschen. Daher möchte ich im Folgenden ein paar kurze Begebenheiten aus dem Leben Luhmanns einwerfen, um zu beleuchten, wie er zu seiner … Mehr

SS23/W03: Von Tübingen nach Thüringen

Eine leise Distanz mag auch einfach eine Geschmacksfrage sein. (Luhmann, »Archimedes und wir«, 117)  Da der Tübingen-Workshop streng genommen in den Abschluss der Vorwoche fiel, ist jetzt mal wieder alles durcheinander. Aber des Beitragstitels wegen wollte ich keinen separaten Post machen. So sehr dominiert mich die sprachliche Ästhetik. Tübingen: Thanatosoziologie und Hölderin Wie schon mehrfach angekündigt, führte uns die Einladung zu einem Workshop nach Tübingen. Eine hübsche kleine Stadt, Jena … Mehr

Misogynie im Comicladen: Eine Soziologie der Emotionen

Einige gute Soziologie entsteht ja, wenn man bei sich selber anfängt. Hartmut Rosa hat das mehrfach in Interviews als Ausgangspunkt seiner Analysen konstatiert, nicht zuletzt in Anbetracht von Beschleunigungsphänomenen und Resonanzbeziehungen. Also gehe ich mal von etwas aus, was mir passiert ist, und versuche mich an einer Einordnung. Man erwarte bitte keine Großtheorie, aber in Momenten der Verunsicherung dient Theorie ja besonders sinnfällig der Selbstbeschreibung von Kommunikation und damit auch … Mehr

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Bürokratien, veraltete Systeme und Entfremdung (Rant)

Du erwartest ein stressfreies Studium? Ich glaube, das ist romantische Verklärung und viel Verdrängung. Studieren war schon immer Stress. Nicht wegen Seminaren und Klausuren, sondern wegen dem ständigen Hinterherrennen nach Noten oder sonstigen Eintragungen in irgendwelche veralteten, schlecht verwalteten Systeme. (Eine Kollegin) Die ersten Hürden auf dem Weg zum Studium habe ich ja schon dokumentiert: schlechte Bewerbungsportale. Natürlich ging es genau so weiter: Merkwürdige und widersprüchliche Immatrikulationshinweise; Fristen, die über … Mehr

Wie man per Sabbatical(s) einen Master macht

[Alle Artikel zum Thema Sabbatical finden sich hier.] Szenario: Man hat irgendwann mal einen Bachelor gemacht, und nach einigen Jahren im Berufsleben stellt man fest, man möchte aus Gründen der persönlichen Weiterentwicklung oder für „die Karriere“ noch einen Master machen. Auf ein stressiges berufsbegleitendes Studium hat man keine Lust. Ein Fernstudium möchte man auch nicht, sondern nochmal „richtig“ studieren incl. lustigem Studentinnenleben. Was macht man dann? Leider weiß ich das … Mehr

Hospizarbeit für ein Projekt: Ein paar Gedanken übers Aufhören

Bekanntermaßen co-administriere ich seit 2015 das Infoportal digital-danach.de, rund um digitalen Nachlass, Trauer im Online-Zeitalter etc. Recht offensichtlich passiert dort seit ca. 2020 nicht mehr allzuviel. Irgendwann haben wir die Startseite von einer dynamischen „neueste Artikel“ auf eine statische Seite umgestellt. Damit sind klar vom Anspruch abgerückt, immer die aktuellsten Entwicklungen zu dokumentieren; das wurde einfach zu viel Arbeit und brachte irgendwie zu wenig ein (monetär, emotional, intellektuell). Weshalb ich … Mehr

Flächen- und Energiebedarf verschiedener Haushaltsgrößen (Deutschland)

Energieverbrauch ist ja jetzt politisch, und da ich gerade über eine Pressemitteilung von Destatis stolperte, die mich zum Nachdenken zwang, teile ich kurz meine vorläufigen Ergebnisse. Vielleicht interessiert das Rechenspiel ja noch jemanden. Pressemitteilung: Alleinlebende verbrauchen 38 % mehr Wohnenergie als der Pro-Kopf-Durchschnitt aller Haushalte Das muss man kurz sacken lassen. In Langform lautet das: WIESBADEN – Die stark gestiegenen Energiepreise belasten besonders in der Heizperiode viele Haushalte in ganz … Mehr

Vorsorge als Verfügbarmachung (Resonanzreflexion)

„Es gibt zahlreiche Anhaltspunkte dafür, daß die moderne Gesellschaft ihre Zukunft tatsächlich in der Form eines gegenwärtigen Risikos perzipiert.“ (Niklas Luhmann: „Die Beschreibung der Zukunft. In: Beobachtungen der Moderne, 1992, S. 145) Seit über 6 Jahren, seit dem Start von digital-danach.de, befasse ich mich mit Fragen der Vorsorge. Das fing als recht spezifisches Interesse am Thema digitaler Nachlass an: Was passiert mit meinen Daten, Werken, Aktivitäten und Kontakten, wenn ich … Mehr

Rezension: „Warum Liebe weh tut“ von Eva Illouz

tl;dr: Wer sich mit der romantischen Liebe in der Spätmoderne beschäftigen möchte, findet hier einen soliden ersten Ansatzpunkt und viele theoretische Anknüpfungspunkte. Wer sich für soziologische Analysen begeistern kann, findet gute Unterhaltung. Insgesamt keine Pflichtlektüre, aber lohnenswert. (Ansonsten hätte ich vermutlich auch keine Lust gehabt, meine Gedanken hier so breit auszuwalzen.) Eines vorweg: Das vorliegende Buch ist eine soziologische Arbeit. Es ist kein Ratgeber und auch keine populärwissenschaftliche Artikelsammlung, sondern … Mehr

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